Wieder einmal informiert das Jugendamt die Presse unvollständig und irreführend. Die Hintergründe über die Flucht des Buben stellen sich nämlich wie folgt dar:

Seit 3 Jahren bettelt der Junge, dass er wieder nach Hause zu seinen Eltern und in die 12 Stämme Gemeinschaft zurück darf. Er hielt die drei Jahre im Kinderheim nur aus, weil er an der Hoffnung festhielt, dass er am Ende des überlangen Gerichtsverfahrens doch nach Hause darf:

Vor allem aber wolle er wieder zu den Eltern. Er glaube auch, dass das klappe. Weil er doch jetzt schon lange genug im Heim gewesen sei. Vom Kind wurden verschiedene Gründe angeboten, warum es für ihn besser sei, wenn er wieder bei den Eltern sei. Er vermisse die Eltern. Es gebe mehr Feste in der Glaubensgemeinschaft und besseres Essen. Er könne mehr draußen spielen und auf Bäume klettern. Vielleicht treffe er sogar seinen Freund [ …] wieder. Auf Frage, was sich für ihn alles ändern würde, wenn er wieder bei den Eltem wäre, zählte der Junge ausschließlich (aus seiner Sicht) positive Veränderungen auf. Er könne wieder im Garten helfen und mit dem Papa Traktor fahren. Er könne bei den Festen mitmachen und am Ende des Laubhüttenfestes Kartoffeln im Feuer braten.

(Zitat des Gutachters)

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Doch die Bayerischen Behörden versuchen beharrlich den Willen des Elfjährigen zu brechen. Der Junge wird nicht gehört oder respektiert weder von Richtern noch von Jugendamtsmitarbeitern. Seit 3 Jahren darf er seine Eltern nur alle 3 Wochen 2 Stunden lang unter strengster Überwachung sehen, ohne jegliche Privatssphäre. Es heißt, man will ihn vor dem Einfluss der Eltern schützen. Einmal pro Woche darf er telefonieren, nie ohne belauscht zu werden.

Sogar der vom Gericht beigezogene psychologische Gutachter Dr Kindler stellte fest, dass der Junge massiv unter der zur Zeit der Gutachtenerstellung „nur“ zweijährigen Trennung von seinen Eltern und zwei Schwestern leidet:

Einmal legte er den Kopf auf den Tisch und verbarg ihn mit den Armen, wobei er schluchzte und angab, seine Eltern zu vermissen. Im Gespräch darüber, wie er mit Trennungsschmerz und Sehnsucht umgehe, schilderte der Junge, er versuche sich dann mit Computer und Fernseher abzulenken. […]

Zudem deuten einige Ausführungen des Jungen drauf hin, dass er die Heimunterbringung wie eine Strafe versteht und aus deren zunehmender Dauer das näher rückende Ende der Fremdunterbringung ableitet.

(Zitat des Gutachters)

Im vergangenen Sommer wurde er dann noch einmal in eine andere Einrichtung verlegt und das OLG entschied trotz allem, dass der Sorgerechtsentzug aufrechterhalten bleibt. Die schmerzhafte Trennung von seinen Eltern und Geschwistern äusserte sich bei dem geplagten Jungen immer mehr in Frust und Agression, deshalb sollte er Anfang nächsten Jahres für eine psychosomatische Behandlung in einer geschlossenen Abteilung des Josefinums untergebracht werden. Dort will man seine Verzweiflung nun mit Medikamenten „behandeln“ und ihn ruhig stellen. Soll seine kleine menschliche Stimme so endgültig zum Schweigen gebracht werden?

Die besorgten Eltern haben den Jugendamtsleiter angefleht, den Jungen doch lieber zurück zu ihnen zu lassen, aber dieser wies die Eltern zurück mit der banalen Ausrede, dass er nicht mehr zuständig sei.

Der einzige Ausweg für den Jungen war wegzurennen!

Nun hat er es endlich geschafft zu fliehen, wie schon einige andere seiner älteren Freunde zuvor und er ist inzwischen bei seiner Familie angekommen. Er hofft nie wieder von ihnen getrennt zu werden. Doch ob ihm das gelingen wird? Laut Jugendamt wurde eine Grossfahndung nach ihm ausgelöst….schon zweimal rissen sie ihn mit Polizeigewalt aus seiner Familie. Wieviel Grausamkeit muss er noch über sich ergehen lassen?

Übrigens: Es gibt es noch keinen Gerichtsbeschluss, der zulassen würde, dass er gewaltsam von seiner Familie getrennt und in die Psychatrie gebracht werden kann. Das heißt, dass selbst wenn die Polizei ihn finden würde, darf sie den Jungen nicht gegen seinen Willen gewaltsam von seinen Eltern wegnehmen, sondern lediglich dem Jugendamt seinen Aufenthaltsort mitteilen und dass es ihm gut geht. Um den Jungen erneut von seinen Eltern gewaltsam zu trennen, müsste von einem Gericht angeordnet werden, dass unmittelbarer Zwang gegen den Jungen angewandt werden darf.

In der Vergangenheit hat sich aber das Jugendamt leider nicht daran gehalten…..