Noch ein offener Brief:

 

Sehr geehrte Frau [Richterin],

Sehr geehrter Herr [Richter],

ich habe lange überlegt, ob ich Ihnen schreiben soll. Ich gehöre eigentlich der schweigenden Mehrheit in diesem Land an, die arbeitet, Steuern zahlt und selten ihre Meinung kund tut. Ich bin kein religiöser Mensch und Gruppierungen wie den 12 Stämmen, Mormonen oder Scientology stehe ich skeptisch gegenüber.

Aber was sich der deutsche Staat hier geleistet hat, indem er die Kinder aus diesen Familien gewaltsam gerissen hat, ist durch die vorgetragene Begründung nicht zu rechtfertigen und kaum wieder gut zu machen. Sie sollten sich mal fragen, was den Kindern mehr Schaden zufügt: Die Eltern, die ihre Kinder körperlich züchtigen (was ebenfalls zu verurteilen ist) oder die durch Sie angeordneten staatlichen Zwangsmaßnahmen.

Kindesentführungen stehen in Deutschland zu Recht unter hohen Strafen. Was meinen Sie, macht es für ein Kind einen Unterschied, ob es von einem Entführer oder einem Mitarbeiter des Jugendamtes von den Eltern schreiend weggezerrt wird? Für uns Erwachsene mag der Unterschied offensichtlich sein. Für das Kind wird das Trauma in etwas das Gleiche sein.

Ich bitte Sie hiermit, die notwendigen juristischen Hebel in Bewegung zu setzen und auch die jüngeren Kinder wieder zurück zu Ihren Eltern zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen.

J. M.