Sie lieben ihre Kinder, sie haben sich immer um ihre Kinder gekümmert, ihre Kinder waren gesund, glücklich und an Leib und Seele unversehrt, als sie ihnen gewaltsam weggenommen worden. Trotz aller Bemühungen hat bisher kein Gericht feststellen können, dass die Kinder in der Obhut der Eltern irgendeinen Schaden genommen hätten.

Durch die staatliche Gewalt werden ihre Kinder wie Objekte als Beweisstücke gegen sie als Eltern behandelt, um die Wegnahme zu rechtfertigen.

Die Eltern wünschen vom Verfassungsgerichtes insbesondere Antworten auf folgende Fragen:

Ist in Deutschland jegliche körperliche Züchtigung als Kindesmisshandlung anzusehen, auch wenn sie zu erzieherischen Zwecken erfolgt, maßvoll ist, bei den Kindern keine körperlichen oder psychischen Anzeichen hinterlässt und in Würde geschieht, wie es Papst Franziskus jüngst angesprochen hat?

Kann in Deutschland ohne jegliche Beweises für eingetretene und konkrete Schädigungen des Kindeswohls die gerichtliche Vermutung künftiger Schädigungen für die Trennung der Kinder von den Eltern genügen?

Dürfen in Deutschland Gerichte von Eltern verlangen, dass sie ihren Glauben aufgeben als Bedingung für ein Zusammenleben mit ihren Kindern?

Die Eltern beschweren sich beim Bundesverfassungsgericht darüber:

  1. dass die Befürchtungen des OLG darauf beruhten, sie würden als Eltern ihre Kinder grausam quälen, ohne gesunden Menschenverstand, in der Absicht, sie zu schädigen.

Würden diese Befürchtungen zutreffen, dann müssten die Kinder schon bei Inobhutnahme offensichtliche schwere Schädigungen aufgewiesen haben. Solche Schädigungen gab es nicht.

  1. dass bei diesen Tatsachen die Annahme von Kindeswohlgefährdungen nicht rechtsstaatlich, sondern willkürlich ist.

  2. dass das OLG und das Familiengericht ihren Glauben in schlimmster Weise verzerren und daraus dann spekulativ schlimmste Verhaltensweisen ableiten.

Da zu keinem Zeitpunkt irgendeine tatsächliche Kindeswohlgefährdung und auch keinerlei physische Anzeichen von Misshandlung nachgewiesen werden konnten, haben die deutschen Behörden keine Grundlage, der Familie das Recht zu nehmen, wenigstens mit ihren Kindern zusammen aus Deutschland wegzuziehen. Die Annahme, dass Kinder woanders nicht beschützt seien, ist ethnozentrisch (voreingenommen gegenüber einer anderen Kultur) und arrogant und verstößt gegen die Grundprinzipien der Europäischen Union.

Es ist nicht die Aufgabe des Staates, elterliche Kindererziehungsmethoden festzulegen. Bei Nichtvorliegen einer konkreten, nachhaltigen und tatsächlichen Kindeswohlgefährdung gibt es keine Grundlage, in das Leben einer Familie einzugreifen. Die Kinder wurden nur wegen der religiösen Zugehörigkeit ihrer Eltern gewaltsam in Obhut genommen.

Die bloße Mitgliedschaft von Eltern in einer kleinen religiösen Gemeinschaft, die nicht zum Mainstream gehört… – was manche eine Sekte nennen – ist kein legitimer Grund, ihnen das Sorgerecht für ihr Kind zu entziehen…

(aus Robbers, Gerhard, ”Gesetz und Religion in Deutschland” (2013)

Das Grundgesetz ist „im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen“ verfasst worden. Die Eltern streben eben genau dies an, ihr Leben in Verantwortung vor Gott zu führen. Diese Verantwortung nehmen sie ernst nehmen und versuchen, ihre Kinder in ihrer Verantwortung vor Gott zu erziehen. Dass diese Art der Kindererziehung eine Trennung zwischen ihnen und ihren Kinder zur Folge hat, als härteste Maßnahme des Staates, ist für sie unerträglich.