BayRVR2015-06-11 PM über Kostenstreit PflegekindWir sind der Auffassung, dass die deutschen Bürger wissen sollten, für was ihre Steuergelder eingesetzt werden. Deshalb möchten wir Ihnen hier die Hintergründe zu dem Kostenstreit der beiden Jugendämter beleuchten – mit der Frage:

Zum Wohle des Kindes – muss das sein?

… bei der ärztlichen Untersuchung wird festgestellt, was wir bereits wissen. Unsere Tochter ist bei guter Gesundheit – physisch und psychisch. Es gibt keine Anzeichen von Misshandlung. Sie war nicht verwahrlost. Sie hat von Anfang an bis jetzt nicht aufgehört ihren Wunsch auszudrücken, nach Hause zu dürfen. Trotzdem: Das Mädchen bleibt in Gewahrsam; der Kontakt zu den Eltern bleibt unterbunden.

Nach zwei Wochen kommt sie abends um 19.00 Uhr plötzlich nach Hause – sie ist bei der Pflegefamilie ausgebüxt.  Das Jugendamt besteht auf eine unverzügliche Herausgabe unter Androhung von Gewalt. Zum zweiten Mal wird sie unter Polizeiaufsicht aus dem Bett geholt und weinend zurück zu den Pflegeeltern gebracht. Alles „zum Wohl des Kindes“ und im Namen der gewaltfreien Erziehung.

Im Oktober wird unsere Tochter vor dem Amtsgericht angehört. Sie kann es kaum erwarten, ihre Sicht der Dinge zu schildern und setzt große Hoffnungen auf die Anhörung. Sie wird gleich am Anfang von der Richterin gefragt: „Gibt es irgendetwas, was du mir gleich sagen willst?“ Die Antwort: „Dass ich zurück mag zu meinen Eltern. Wenn ich jetzt nicht gleich zurück kann zu meinen Eltern, dann vielleicht zu meiner Oma in der Schweiz.“

Nach der Befragung ist sie enttäuscht, sie fühlt sich nicht gehört, sondern verhört. Was ist hier los? Die Zeit wird lang, dem Mädchen sinkt der Mut.

Nach ihrem ersten missglückten Fluchtversuch zu den Eltern, hat sie sich nun in den Kopf gesetzt, in die Schweiz zu fliehen. Dort haben sie verschiedene Verwandte.

Bei der Oma angekommen, erholt sich das Schweizer Mädchen langsam von den traumatischen Erlebnissen. Wir vereinbaren mit der Schweizer Kinderschutzbehörde einen Termin. Obwohl ich mich am liebsten gleich am Freitag noch mit der beauftragten Frau treffen würde, wird mir versichert, es bestehe keine solche Eile. Wir einigen uns daraufhin auf Montag. Wir sind froh, dass eine baldige Klärung unserer Situation in Sicht ist. Auch der mit unserem Fall beauftragte Rechtsanwalt bestätigt, dass wir im Moment keine Polizeiaktion zu befürchten hätten und nach der schweizerischen Verfassung keine Schweizer Bürger ausgeliefert werden dürften.

Was nun passierte, ist für mich und unsere Familie mit größten Schmerzen und Entsetzen verbunden.

Freitagmorgens, den 8. November 2013, lassen wir unsere  geliebte Tochter mit ihrer Oma, um einige Wohnungen anzuschauen. Zusammen mit ihrer Oma wollen sie Brot und Kuchen backen. Wir sind alle entspannt und freuen uns auf den Sabbat. Es scheint, dass langsam wieder Normalität einkehrt.

Es ist ungefähr 15.00 Uhr. Das Handy klingelt – nichts ahnend gehe ich ran. Meine verstörte ältere Tochter und lautes Weinen und Schreie sind am anderen Ende zu hören: „Die Polizei ist da, sie holen uns, …..“ In einer ungeheuerlichen und gewaltvollen Polizeiaktion werden unsere Töchter weinend und schreiend aus der Wohnung meiner unbescholtenen Mutter gezerrt. Die ältere wird von mehreren Polizisten geschleift und getragen.

Es ist mir unverständlich, wie diese Aktion zum Wohle des Kindes im Namen einer gewaltfreien Erziehung geschehen konnte.

Jedenfalls verbrachten wir nach der Übergabe der gekidnappten Mädchen an die deutsche Polizei fünf lange Stunden auf der Lörracher Polizeistation. Dort erwarteten wir voller Bangen die Mitarbeiter vom Jugendamt Donau-Ries. Als diese um 22.00 Uhr endlich eintrafen, waren sie so hartherzig und unnachgiebig wie immer. Die Geschwister wurden getrennt und in zwei gesonderten Fahrzeugen zu ihrem jeweiligen Bestimmungsort gebracht. Wir wurden wie Schwerverbrecher behandelt und durch Polizisten zurückgehalten. Ich kann nicht beschreiben, wie ich mich fühlte, als ich mein 10-jähriges Mädchen beim Herausführen wimmern hörte: „Bitte versprecht mir, dass ich bei meiner Schwester schlafen darf.“ Wir Eltern blieben alleine zurück. Der verantwortliche Polizist lobte unsere tapfere Haltung. Es war ein Hohn. Was konnten wir tun angesichts zwanzig oder mehr schwerbewaffneter Beamter? Während der langen Fahrt bei Nacht mussten die Schwestern in verschiedenen Fahrzeugen stundenlang den Sarkasmus der Diplompädagogen des Jugendamtes ertragen, bis sie schließlich wieder in einer Jugendschutzeinrichtung eingesperrt wurden.

Alles zum Wohl des Kindes? Gewaltfreie Erziehung?

Für weitere Informationen: https://newsdotzwoelfstaemmedotorg.files.wordpress.com/2015/01/familie-krumbacher-pdf.pdf