IMG_0137Seit über einem Jahr werden unsere Kinder zusammen mit den anderen Kindern unserer Gemeinschaft von uns ferngehalten, obwohl es keine Grundlage für eine so verletzende und traumatisierende Maßnahme gibt.

Wir als Eltern, wie auch unsere Kinder, gehen seit diesem Tag durch immenses Leiden.

Am Tag der Inobhutnahme wurden beide Kinder amtsärztlich untersucht und es wurden keinerlei Beweise für eine Kindeswohlgefährdung an ihnen gefunden. Mit anderen Worten, es waren kerngesunde und fröhliche Kinder! Wir haben fest damit gerechnet, sie am selben Tag wieder zu bekommen.

Wir möchten Ihnen einen Einblick geben, wie es unseren Kindern seit der Inobhutnahme wirklich geht. Man sagt Ihnen vielleicht, dass es unseren Kindern gut geht, jedoch können wir als Eltern dies nicht bestätigen. Das Gegenteil ist der Fall. Jedem ist klar, dass Kinder, die von ihren Eltern getrennt werden, großes Leid durchmachen müssen. Und je länger die Trennung anhält, um so größer ist der nachhaltige Schaden, der an der Seele des Kindes entsteht. Aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber auch festgelegt, dass die Trennung von Kind und Eltern nur das allerletzte Mittel sein darf. Und dies auch nur nach Abwägung der Verhältnismäßigkeit.

Doch ist dies in unserem Falle nie passiert. Bis zum Tag der Inobhutnahme unserer Kinder durch das Jugendamt, hatte selbiges uns nicht gekannt und uns nie kontaktiert. Unsere Kinder waren bis zu diesem Tage wohl versorgt und glücklich. Daher gab es auch keine Rechtfertigung für diese Maßnahme. Es ist allerdings unumstritten und klar erkennbar, dass das Jugendamt unsere Kinder behalten hat aufgrund unserer Zugehörigkeit zu der Zwölf Stämme-Gemeinschaft in Klosterzimmern.

Doch das deutsche und das bayerische Gesetz besagen:

Die bloße Mitgliedschaft von Eltern in einer kleinen religiösen Gemeinschaft, die nicht zum Mainstream gehört… – was manche eine Sekte nennen – ist kein legitimer Grund, ihnen das Sorgerecht für ihr Kind zu entziehen …”1

Das Jugendamt hat klargestellt, dass wir als Eltern unserem Glauben (der uns dazu bewegt mit unseren Freunden in Gemeinschaft zu leben) abschwören müssen, um unsere Kinder wieder zu bekommen. Kommentare, wie: „wir würden unsere Kinder für diese Subkultur rekrutieren“, zeigen, worum es wirklich geht. Doch was ist denn so verkehrt daran an die Bibel zu glauben und ein Leben in Harmonie und Freundschaft mit anderen gläubigen Menschen zu führen?

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Wir leben ein offenes, transparentes Leben und lernen ein gutes Gewissen zu bewahren. Wie alle anderen Bürger zahlen wir unsere Steuern und leisten unseren Betrag an der Gesellschaft. Ich bin auch seit 10 Jahren Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Deiningen

Wäre das Jugendamt tatsächlich an dem Wohl der Kinder interessiert, dann hätte man diese nicht ein zweites Mal traumatisiert und wäre von Anfang an in den Dialog mit uns als Eltern getreten.

Die ersten drei Monate – nach der Razzia in Klosterzimmern am 5.9.2013 – verbrachte ich mit meinen von der Inobhutnahme verstörten und traumatisierten Kindern in einer Mutter- & Kind Einrichtung. Mit viel Liebe und Wärme versuchte ich die Kindern zu trösten, um den gewaltsamen Eingriff in ihr gewohntes und friedliches Leben so gut es ging aufzufangen und ihren kleinen Seelen Stabilität zu geben. Es war nicht einfach, da sie ihres Vaters, ihrer Freunde und ihres idyllischen Umfeldes beraubt wurden. Beide vermissen dieses Leben bis zum heutigen Tag sehr und wünschen sich nichts mehr, als wieder nach Hause zu kommen.

PICT8704Die Berichte von dem pädagogisch und psychologisch geschulten Personal im Heim, bestätigen, dass ich eine warme, liebevolle und fürsorgliche Mutter bin, die die Bedürfnisse ihrer Kinder sieht und deckt. Und dennoch hielt es das Jugendamt für notwendig, eine noch schlimmere und schmerzhafte Maßnahme durchzuführen.

Nach drei Monaten, in der Mutter-Kind-Einrichtung in Dürrlauingen, kam das Jugendamt zusammen mit der Polizei, wieder früh morgens, als die Kinder noch schliefen, und entriss (wortwörtlich) den Müttern ihre Kinder. Dies geschah wieder mit übertriebener Härte und ohne Rücksicht auf die schon traumatisierten Kinder, und dies, obwohl die Kinder in dieser Einrichtung 24 Stunden unter Aufsicht waren. Es schien auch keine Rolle zu spielen, dass die Lehrer der Grundschule, wie auch die Erzieher der Einrichtung immer nur Gutes über die Mutter-Kind-Beziehung zu berichten hatten.

Es wurde mir nicht die Möglichkeit gegeben, eine medizinische Übergabe bezüglich des Umgangs, mit der starken Diabetes-Erkrankung unseres Sohnes zu machen. Es wäre absolut notwendig gewesen individuelle Regeln der Bewegungsanpassung, einen Spritzplan, Reaktionen auf Korrekturinsulin u.s.w. wiederzugeben. Dass man mir dazu keine Möglichkeit gab, ist aus medizinischer Sicht unverantwortlich, was wir auch schriftlich bestätigt haben von unserem Diabetologen. Hier wurde also die Gesundheit unseres Sohnes wissentlich in Gefahr gebracht. Unsere Kinder wurden an diesem Tag erneut von den Behörden gepackt, und wie Kriminelle in getrennte Autos verfrachtet.

IMG_4403Es ist nicht nur für uns als Eltern schwer nachvollziehbar, warum man unseren Kindern diese erneute Traumatisierung angetan hat, vor allem weil sie in der Einrichtung ja unter Aufsicht standen und zu keiner Zeit „Gefahr in Verzug war.“

Ich erinnere mich genau, wie die zuständige Mitarbeiterin vom Jugendamt ein paar Tage vor der zweiten Inobhutnahme meine Kinder besuchte. Shama und Shalomah waren ganz aufgeregt, einen Gast zu empfangen. In ihrem Charakter sind beide sehr aufgeschlossen, sozial und lebhaft. Sie hatten Tee und Kekse vorbereitet und waren wir alle voller Hoffnung. Das Gespräch war nett und angenehm und ließ nichts von all dem, was kommen würde, durchklingen.

Zwei Tage vor dieser zweiten Inobhutnahme kam auch der Verfahrensbeistand der Kinder, um Shama zu besuchen. Mein Junge brachte viele Bilder aus seinem bisherigen Leben mit zum Gespräch. Mit großer Begeisterung erzählte er und erklärte er die Bilder. Nach dem Besuch sagte sie zu der Erzieherin, die an diesem Tag Dienst hatte: „Der Junge will ohne Zweifel nach Hause.“

Einen Monat zuvor hatte uns Herr S. vom Jugendamt Donau-Ries, im Beisein des Leiters der Mutter-Kind-Station noch versprochen, dass es keine Nacht- und Nebelaktion mehr geben wird. Der Vormund unserer Kinder, versprach uns, dass wir alles, was die medizinische Betreuung betrifft, weitergeben dürfen, wenn man unsere Kinder von meiner Frau trennt. Beide Versprechen wurden nicht eingehalten!CIMG1094

Meinen damals acht Jahre alten Sohn Shama hat man weinend und völlig traumatisiert, vier Stunden weit weggefahren, um ihn in ein Heim nach Thüringen zu bringen. Versetzen Sie sich einmal in die Lage meines Sohnes, der von seiner Mutter fortgerissen und mit ihm völlig fremden Menschen über Stunden hinweg zu einem Ort gefahren wurde, von dem er nie in seinem Leben zuvor etwas gehört oder gesehen hatte – was für ein Schock für das Kind!

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Unsere Tochter, die starr vor Angst war und keinen Ton mehr heraus brachte, wurde an einen anderen Ort verbracht und erst nach sechs Wochen konnte sie ein Lebenszeichen von uns erhalten. Bei jedem Telefonat und nach jedem Umgang fließen Tränen und Shalomah fragt: „Warum kann ich nicht nach Hause? Nehmt ihr mich mit? Abba und Ima, ich will zu Euch. Wo ist mein Bruder?“

Da die Erzieher und Betreuer in der Einrichtung nicht ausreichende Informationen über unseren Sohn erhielten, und der seelische Stress sein Übriges dazu tat, spielten die Zuckerwerte unseres Sohnes verrückt. Die Werte gingen hoch und runter, was für seine Gesundheit eine große Belastung darstellte. Erst nachdem man ihn dann Wochen später stationär im Krankenhaus neu einstellte, regulierte sich sein Blutzucker etwas. Die Blutzuckerwerte werden aber immer noch generell zu hoch gehalten. Hierbei kann man den Erziehern oder der Einrichtung diesbezüglich keine Vorwürfe machen. Wie soll ein Erzieher, der für eine ganze Gruppe von Kindern verantwortlich ist, die gleiche Fürsorge gewährleisten, wie die eigene Mutter, die den ganzen Tag Zuhause ist, um sich um ihre Kinder zu kümmern.

Das Jugendamt behandelt uns offensichtlich nicht so, wie andere Familien, weil sie von Presse, Aussteigern und Sektenbeauftragten beeinflusst wurden. Gerade die sogenannten Sektenexperten geben offen zu, dass sie die in der Gemeinschaft lebenden Familien gar nicht persönlich kennen. Sie haben ihre Informationen aus Internet-Recherchen und von Aussteigern unserer Gemeinschaft. Für mich ist es kaum nachvollziehbar, warum man auf Menschen hört, die ihre Informationen aus zweiter oder dritter Hand beziehen. Hingegen qualifizierte Personen wie z.B. die Religionsprofessorin Fr. Susan Palmer, die seit mehr als 25 Jahren die Gemeinschaften der Zwölf Stämme studiert und sich sogar die Mühe gemacht hat, in den verschiedenen Gemeinschaften mit zu leben, werden einfach ignoriert.

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Seit nun über einem Jahr versucht man eine Rechtfertigung für die Maßnahme vom 05. Sep. 2013 zu finden und lässt dabei alle uns entlastenden Informationen unbeachtet. Die meisten der sogenannten Sektenbeauftragten gehören einer der staatlichen Großkirchen an und sind somit voreingenommen unserer Glaubensgemeinschaft gegenüber. Die mit den Medien (RTL & Co) zusammen arbeitenden Aussteiger geben eine Wahrheit wieder, die verzerrt und einseitig unser Leben in der Gemeinschaft widerspiegelt und sich nicht auf unsere Familie übertragen lässt.

Vielleicht verlangt das Gesetz aus diesem Grund:

Der Genuss bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnis oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.” (Art. 33 Absatz 3 GG)

Kein Mensch hat das Recht, die Religion oder den Glauben eines anderen zu beurteilen. Dies steht im Gesetz festgeschrieben. Der Grund ist, dass keiner kompetenter Zeuge der Religion seines Nachbarn sein kann. Das ist völlig logisch, aber in unserem Fall wird dieses Gesetz überhaupt nicht angewendet. In Wirklichkeit ist bei uns die Zugehörigkeit zu den Zwölf Stämmen der einzige Grund, weshalb wir unserer Kinder beraubt worden sind.