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Miriam4Als eine der betroffenen Mütter der größten Inobhutnahme Deutschlands, stehe ich heute hier und appelliere an Ihr Herz und Gewissen. Vor 70 Jahren ließ Sophie Scholl die Stimme ihres Herzens sprechen. Ihr Vermächtnis war: „Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“  Bitte hören Sie sich unsere Seite an!

Miriam1Unsere Kinder, unter ihnen mein mittlerweile neunjähriger Sohn Noah, sind Mittel zum Zweck einer Verschwörung gegen unseren Glauben und unser Leben in der Gemeinschaft der Zwölf Stämme geworden. Es ist ein Alptraum, der täglich aufs Neue weitergeht.

 

Ohne jegliche Vorwarnung, ohne jemals persönlich Kontakt mit dem Jugendamt gehabt zu haben, ist mein Sohn im wahrsten Sinne des Wortes von mir entführt und abtransportiert worden. Zusammen mit 40 Kindern unserer Gemeinschaft, unter ihnen 6 Gastkinder, wurde Noah ins Landratsamt nach Donauwörth gebracht. Da niemand die Kinder kannte, war der Schulpsychologe, der unsere Kinder seit 7 Jahren kennt und schätzt, einberufen worden, um sie zu identifizieren. Er stand offensichtlich selbst unter Schock und entschuldigte sich unter Tränen bei einem der Jugendlichen für diese Tragödie.

PICT3970Seit 2008 lebe ich als alleinerziehende Mutter in Klosterzimmern, in der Gemeinschaft der Zwölf Stämme. Meine Karriere als Hebamme habe ich aufgegeben, um mein ganzes Herz meinem Sohn zuwenden zu können und meinen Freunden, mit denen ich dieses kostbare Leben teile. Ich habe immer dafür gesorgt, dass es Noah an nichts fehlte, dass für all seine Bedürfnisse gesorgt war. Ich habe meinen Sohn in alles einbezogen und wir hatten viel Freude und eine schöne Zeit miteinander. Er war sich nicht selbst überlassen. Ich habe ihm Grenzen gegeben. Er war ein fröhliches Kind, sozial und aufgeschlossen im Umgang mit anderen Kindern und Erwachsenen. Noah ist frei und unbelastet aufgewachsen.  Mein wunderbarer, gesunder Sohn und seine Unversehrtheit sind der Beweis der gewaltfreien Erziehung, die er bis zum Zeitpunkt der Inobhutnahme genossenen hat.

Wir als Gemeinschaft und ich als Privatperson respektieren die Autoritäten und Gesetze dieses Landes. Ich stimme dem Inhalt des § 1631 Abs. 2 des BGB zu. Ich verurteile jegliche Gewaltanwendung gegenüber Kindern entschieden. Was habe ich getan, dass man die härteste aller Maßnahmen angewandt hat — in einem Staat, in dem Religionsfreiheit gilt und angeblich Meinungsfreiheit besteht? Das deutsche und bayerische Gesetz verlangen:

Die bloße Mitgliedschaft von Eltern in einer kleinen religiösen Gemeinschaft, die nicht zum Mainstream gehört … – was manche eine Sekte nennen, ist kein legitimer Grund, ihnen das Sorgerecht zu entziehen.

PICT5483Knapp 5 Monate vor der Inobhutnahme beschreibt Herr Kanth, Leiter des Jugendamtes Donauwörth, in Spiegel-Online unsere Kinder folgendermaßen:

Wir erleben dort fröhliche, wohlerzogene Kinder, die an ihren Eltern hängen. Wir haben keine Handhabe sie aus ihren Familien zu nehmen …

Es wurden bei ärztlichen Untersuchungen, sowohl vor als auch nach der Inobhutnahme, keinerlei Anzeichen einer körperlichen oder seelischen Kindeswohlgefährdung gefunden.

Mit drei weiteren Kindern unserer Gemeinschaft wurde Noah am 05. September 2013 in ein Kinderheim bei Augsburg gebracht. Herausgerissen aus seinem Zuhause, plötzlich entwurzelt und allem Gewohnten beraubt, kam er dort an.

Banner_NoachMein Kind hatte ein glückliches Zuhause und eine Mutter, die ihn von ganzem Herzen liebt. Noah weiß, wo er hingehört – nämlich nicht in ein Kinderheim und nicht in eine Pflegefamilie, in die er nach knapp 3 Monaten Trennungsschmerz hinverlegt worden ist.

Auszug aus der Stellungnahme von Besorah Schott, die Noah im Heim miterlebt hat:

Auf der Fahrt zum Heim hat Noah sehr viel geweint. Er wollte zu seiner Mama zurück… Als wir dann am Heim ankamen, wurden wir in ein Büro begleitet, um uns dort dem Heimleiter vorzustellen. Obwohl Noah völlig unter Schock war, erzählte er begeistert von seinem Zuhause bei seiner Ima [Hebr. für Mutter]. Er machte auf keinen Fall den Eindruck von einem eingeschüchterten, misshandelten Kind! Noahs Gesichtsausdruck änderte sich von einem Tag auf den anderen. Der einst fröhliche Junge war nun sehr traurig und hatte einen bedrückten Geist. Er weinte oft und wollte dringend nach Hause. Tage vergingen und Noah litt schrecklich unter der Trennung von seiner Mama. Es war ihm wichtig, die Lieder von zu Hause auf seiner Gitarre zu üben und spielen. Damit tröstete er sich selbst und uns immer sehr… Ihm fehlte die Aufmerksamkeit und die gute Versorgung seiner Mutter, die er zu Hause erlebt hatte. Eine Erzieherin für zwölf Kinder könnte niemals Noahs liebende und fürsorgliche Mutter ersetzen. Da ihm die Aufmerksamkeit, die ihm zu Hause bei seiner Mama geschenkt worden ist, gefehlt hat, versuchte er seinen Trost in anderen Dingen zu finden, wie zum Beispiel Fernsehen, Musik hören oder Fußball spielen. Trotzdem konnte er nicht befriedigt werden. Er gehörte einfach nach Hause, dort wo er glücklich war und Sicherheit und Geborgenheit erfahren hatte. Sein größter Wunsch änderte sich nicht, er wollte nach Hause!

Sechs Wochen nach der Razzia konnte ich Noah zum ersten Mal eine Stunde lang im Landratsamt Donauwörth sehen — genau dort, wo die Kinder unmittelbar nach der Inobhutnahme hingebracht worden waren. Dieser Besuch fand unter strenger Aufsicht statt.

Das Trauma der Razzia wiederholte sich für uns alle, als die Kinder nach unserem Treffen wieder ins Auto steigen mussten. Die Erzieher und Heimleiter wunderten sich sehr über die strikten Umgangsregelungen und ließen uns wissen, dass sie so etwas noch nie zuvor erlebt hatten. Ultimatives Ziel sei immer die Rückführung der Kinder zu ihren Eltern. Gelten in unserem Fall andere Maßstäbe? Ist das Jugendamt dazu berechtigt, uns unserer Kinder zu berauben und sie umzuerziehen?

Im Normalfall wird von den Gerichten schnellstes Handeln gefordert, um irreversiblen Schäden im Familienleben der Betroffenen zu vermeiden. Unser Fall zieht sich jedoch nun schon über ein ganzes Jahr lang hin. Der Schaden, der uns und vor allem unseren Kindern zugefügt wird, ist so immens groß, dass ich mich frage, ob er jemals wiedergutgemacht werden kann. Mein Sohn wird überhäuft mit außerschulischen Aktivitäten (materiellen Dingen) und durchgeplantem Urlaub 4 – 5 Mal im Jahr. Eine absolute Realitätsverschiebung! Welche alleinerziehende Mutter könnte ihrem Kind solches bieten?

Noah bleibt keine Zeit mehr, bei all den Ablenkungen an mich zu denken. Seine Kinderseele leidet und schreit nach Hilfe. Es wird mir immer deutlicher, dass das Jugendamt eine klare Agenda verfolgt – nämlich das Ziel, Noah von mir und seinem Leben zu trennen. Ich bin doch seine Mutter! Kann man die Sprache des Herzens und die Bindung zwischen uns jemals trennen oder zum Schweigen bringen? Wie lange werden wir und unsere Kinder diesen unbeschreiblichen Trennungsschmerz noch in uns tragen müssen? Wie lange müssen unsere Kinder noch warten, bis sie endlich wieder nach Hause dürfen? Wann finden wir Gehör? Wann hat dieser schreckliche Alptraum ein Ende?!Folie03