Nach der Geburt meines dritten Kindes begann Robert wieder davon zu sprechen wegzugehen. Ich liebte meine Kinder wirklich und wünschte mir, dass sie geborgen und beschützt aufwachsen in einer Umgebung, wo sie sich sicher fühlen. Unsere Familiensituation brachte aber viel Unsicherheit zu unseren Kindern und auch zu mir. Ich hoffte, dass Robert aufhören würde, mich zu bedrohen. Wegen all diesem Stress bekam ich dann schwere Depressionen. Er versucht meine psychischen Probleme darauf zu schieben, wie ich aufgewachsen bin, aber eigentlich war es nur das Ergebnis eines inneren Konflikts, in dem ich mich befand. Ich wollte eine gute Ehefrau und Mutter, aber auch treu zu meinem Glauben sein. Ich musste sogar für eine kurze Zeit in eine Psychiatrie gehen und Psychopharmaka einnehmen.

Unsere Freunde versuchten uns in dieser schweren Zeit zu helfen. Als es mir dann besser ging und ich fast wieder gesund war, entschloss sich Robert die Kinder zu nehmen und die Gemeinschaft zu verlassen. Ich war zerrissen und weil mein Baby erst 6 Monate alt war, ging ich mit ihm mit, in der Hoffnung, dass wir gemeinsam wieder zurück zum Glauben finden würden. Mit der Zeit wurde mir klar, dass Robert nicht beabsichtigte, wieder zurück zur Gemeinschaft zu gehen.

So beschloss ich in meinem Herzen alleine zu gehen und bat darum, die Kinder mitnehmen zu dürfen, wenigstens das Baby. Aber er weigerte sich und sagte mir, dass ich ohne sie gehen müsste. Aus Respekt vor ihm bin ich nicht einfach hinter seinem Rücken mit den Kindern abgehauen. Das wollte ich ihm nicht antun, deshalb fuhr ich alleine mit dem Zug. Es war eine schwere Entscheidung und ich habe viel gebetet und Gott vertraut, dass er mir helfen würde. Ich konnte kein Leben führen, das nicht treu zu meinem Glauben war. Ich kehrte zurück zur Gemeinschaft in Frankreich, wo meine Eltern wohnten.

Nach ein paar Wochen gab mir Robert die Kinder wieder und begann mit den Brüdern in der Gemeinschaft in Deutschland auf einer Solar-Baustelle zu arbeiten. Meine Kinder waren so froh mit mir und in der Gemeinschaft zu sein. Sie waren wieder mit ihren Freunden und freuten sich, in alle Aspekte des Gemeinschaftslebens eingebunden zu sein. Sie waren geborgen und sicher.

Nach ungefähr fünf Monaten kam Robert nach Frankreich und unsere Familie war wieder vereint und kurz darauf zogen wir als Familie wieder nach Klosterzimmern. Während dieser Zeit wurde ich schwanger und Robert wollte mich erneut überzeugen, die Gemeinschaft zu verlassen, und drohte damit mir die Kinder wegzunehmen. Es wurde klar, dass Roberts Herz nicht in der Gemeinschaft war und deshalb fanden es alle besser, wenn er gehen würde, weil wir keinen in der Gemeinschaft haben möchten, der nicht hier sein will. Ich war völlig frei, mit ihm mitzugehen, aber ich entschloss mich zu bleiben.

Er ließ die Kinder 6 Monate bei mir. Wir schrieben einander Briefe und kommunizierten per Skype und manchmal sprach er davon, die Kinder zu holen. Ich lebte ständig unter der Angst, dass er irgendwann auftauchen und sie wegholen würde. Nachdem Leah dann geboren war, kamen die Depressionen wieder. Robert kam mich besuchen, aber er war sehr kritisch und machte alles schlecht. Deshalb wurde ihm gesagt, er solle lieber gehen. Er entschloss alle Kinder mitzunehmen, einschließlich dem Baby, welches zu dem Zeitpunkt nur fünf Wochen alt war. Ich stand in einer Tränenlache und wusste nicht, was ich mit mir anfangen sollte. Meine Freunde versuchten mir zu helfen und mich zu trösten, aber mein Herz war gebrochen.

Ich war so traurig, dass er noch einmal unserer Familie dasselbe angetan hatte und uns von einem Leben wegreißen wollte, wo wir geliebt und umsorgt waren, wo wir geborgen waren und einen Lebenssinn besaßen. Ich konnte nicht verstehen, warum er das tat.