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Sprüche 18,17:
Im Recht scheint, wer in seiner Streitsache als Erster auftritt, bis sein Nächster kommt und ihn ausforscht.

Mein Name ist Salem Joy Pleyer. Ich bin in der Gemeinschaft der Zwölf Stämme aufgewachsen. Ich wurde in Amerika geboren, aber habe meine Kindheit bis in die frühen Jugendjahre in Frankreich gelebt. Dort lebte ich auf einem großen Bauernhof mit ungefähr 40 Personen. Wir hatten Ziegen, Hühner, Enten, Kühe, einen Esel und Pferde. Ich erinnere mich noch daran, wie wir während der Erntezeit oft alle zusammen auf dem Feld geholfen haben. Das war weder schwer noch grauenhaft – wir hatten eine richtig ausgelassene Zeit zusammen. Oft gingen wir danach zum Damm, wo wir ins kühle Wasser sprangen, oder den Lachsen zuschauten. Ich hatte so viele Freunde und wir waren gerne zusammen. Ich hatte liebevolle Eltern, die sich gut um mich und meine sechs Geschwister kümmerten. Ich war die Älteste und durfte auch öfters meiner Mutter mit meinen jüngeren Geschwistern helfen. Ich liebte das Leben, in dem ich aufgewachsen bin und kann aufrichtig sagen, dass es für mich das schönste Leben für Kinder ist. Ich lernte meine Eltern und andere zu respektieren und ein moralisches Leben zu führen. Meine Eltern liebten mich und gaben mir alles, was ich brauchte.

Ich liebte meine Eltern und hatte den Wunsch eines Tages eine Ehe wie ihre zu führen, in der mein Mann und ich denselben Herzenswunsch haben, Kinder in der wunderbaren, liebevollen und geborgenen Umgebung der Gemeinschaft aufzuziehen. Ich wollte meine Kinder genauso aufziehen, wie ich aufgezogen worden bin und dass sie andere lieben und für sie sorgen und mit ihrem Leben Gott und Seinem Volk dienen. Wir geben unser Leben füreinander und leben nicht für uns selbst. Ich wollte nie ein Haus bauen und nur eine nette Familie haben und alt werden. Ich wollte ganzherzig dieses gemeinschaftliche Leben führen, in dem ich aufgewachsen bin und miterleben, wie viele Generationen den Glauben ihrer Eltern annehmen.

Als Jugendliche zog ich mit meiner Familie nach Deutschland. Ich sprach zu der Zeit nur Englisch und Französisch und begann dann auch Deutsch zu lernen. Es gab viele Deutsche in der Gemeinschaft, die dieses füllige Leben in ihr Land bringen wollten. Wie ich schon sagte, war es mein größter Wunsch, einen Mann zu heiraten, der denselben Wunsch hegte, Gott zu dienen, so lieben zu lernen wie der Sohn Gottes und dass wir gemeinsam Kinder für diese Absicht erziehen würden. Als ich 20 Jahre alt war, heirateten Robert und ich. Ich war vollkommen überzeugt, dass er dasselbe Herz besaß wie ich und dass er denselben Herzenswunsch hatte, Kinder auf einem gottgefälligen Weg zu erziehen. Ich wollte dieses Leben nie verlassen und mein einziger Wunsch war es, dieses Leben wachsen zu sehen, damit es einen Platz geben wird, wo Menschen Zuflucht finden können in dieser Welt des Egoismus und Dunkelheit. Mein Leben war immer sinnerfüllt und ich musste mich nicht mit Fernsehen oder Spielen befriedigen.

Im Jahr 2003 heiratete ich also. Wir waren gute Freunde und ich habe ihn respektiert. Als unsere erste Tochter geboren wurde, begann er davon zu reden, dass er die Gemeinschaft verlassen wollte. Das war sehr schwer für mich, weil ich nie weggehen wollte. Ich konnte nicht verstehen, was ihn umgestimmt hatte. Wegen seiner Unbeständigkeit fühlte ich mich oft sehr unsicher, auch in seiner Liebe für mich. Ich vertraute darauf, dass er sein Leben Gott gegeben hatte und dass er unsere Familie zu Ihm führen würde. Aber ich war in meinem Herzen hin- und hergerissen, weil er so oft damit drohte, dass er weggehen und die Kinder mitnehmen würde. Ein paar Mal hat er mich sogar in einem Zimmer eingesperrt, um mich davon zu überzeugen, mit ihm mitzugehen, weil er sonst die Kinder ohne mich mitnehmen würde. Das alles hat mich sehr verwirrt. …

(Fortsetzung folgt)