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28. September 2014

Betreff: Kindesentzug der 12 Stämme in Klosterzimmern

Sehr geehrte Herr Landrat Rößle,

Bei der Natur in Rain 2009 habe ich das Info-Zentrum betreut,  bei dieser Gelegenheit waren auch einige Personen aus Oberndorf vor Ort. Bei dieser und anderen Gelegenheiten erfuhr ich, dass Sie als Bürgermeister sehr beliebt waren, als Landrat habe ich weniger gehört.

Ich betreibe eine Europa weit bekannte kleine Spezialgärtnerei in O…., welche schon mehrmals im Fernseh (Bayern 3) vorgestellt wurde. Wir haben uns schon an ca. 20 Gartenschauen wie in Rain am Lech beteiligt.

Mir als Familienvater tut es weh, wenn Eltern die Kinder weggenommen werden. Bei den 12 Stämmen finde ich den Kindesentzug, der jetzt schon über ein Jahr andauert nicht gerechtfertigt.

Die Gründe aus meiner Sicht werde ich in diesem Brief erläutern.

Am 4. September war ich bei einer öffentlichen Veranstaltung im Hotel Krone mit dabei. Die friedlichen Zeugnisse von einigen Betroffenen haben mich sehr berührt und haben mich zu diesem Brief veranlasst. Die Menschen verhalten sich in Ihrer Not vorbildlich und ohne Haß. Wie Sie sich als Familienvater sicher gut vorstellen können ist es für Eltern unerträglich wenn ihnen die Kinder entzogen sind!

Hier einige Gründe, die für mich dafür sprechen den Eltern die Kinder zurück zugeben.

  1. Die Kinder möchten zu Ihren Eltern zurück, weil sie sich dort am geborgensten fühlen.

  2. Bei den Kindern wurde keine Mißhandlung festgestellt.

  3. Die Kinder sind in einer guten und gesunden Allgemeinverfassung.

  4. Für die Kinder besteht keinerlei Gefahr, wenn sie zurück zu den Eltern kommen.

  5. Bei der Ausstrahlung bei RTL wurden die Kinder mit einer Rute bestraft, aber kein Kind hat wegen wirklichen Schmerzen geschrieen (das würde sich anders anhören).

  6. RTL hat unserios die Szenen danach heraus geschnitten. Die Kinder wurden danach in den Arm genommen und getröstet.

  7. Einmal war ich auf einem Hoffest in Klosterzimmern. Bei dieser Gelegenheit habe ich nur fröhliche und gut erzogene Kinder gesehen. Wären alle Kinder im Landkeis so gut erzogen, hätten Sie manches als Landrat leichter (was Ihnen sicherlich lieber wäre).

  8. Würde bei allen Kindern dieser, hohe nicht sinnvolle Maßstab angelegt werden, so würden sie viel mehr Mitarbeiter im Jugendamt benötigen. Auch würden mehr Kinderheime und Mitarbeiter benötigt werden.

  9. Der Kindesentzug dient für mich nicht dem Kindeswohl, wie angegeben.

  10. Die Kinder leiden unter der Situation sehr und werden von anderen Kindern gemobt als Sektenkinder

  11. In Deutschland gibt es keine kollektive Strafe. Also kann wegen einer Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft nicht das Kind entzogen werden

  12. Eltern machen immer Fehler bei der Erziehung von Kindern, aber wird deswegen ein Kind den Eltern entzogen?

Herr Landrat, Sie haben eine Autorität erhalten, die es Ihnen ermöglicht in diesem Falle eine vermittelte Rolle einzunehmen. Bitte suchen sie die Gespräche mit den Eltern und vermitteln sie mit dem Jugendamt. Ich hoffe auf eine sinnvolle Lösung für alle Beteiligten, ganz besonders für die Kinder.

Noch eine Anmerkung:

Ich und meine Familie gehören nicht zu den 12 Stämmen und ich hätte meine Kinder nicht so gestraft, wenn sie sagen sie sind nicht müde. Aber als Vater weiß ich, das Kinder sagen sie sind nicht müde, wenn sie sehr müde sind. Briefe wie dieser sind nicht meine Passion und ich sehe mich in den seltesten Fällen dazu veranlasst wie hier zu schreiben.

Herr Landrat ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie Gottes Segen und bitte Sie, mir zu antworten. So kann ich feststellen das Sie meinen Brief erhalten haben.

Mit freundlichen Grüßen

H. G.

Anlage :

  • Ein Prospekt meiner Gärtnerei

  • Ein offener Brief der Familie Schott

Mit freundlichen Grüßen / sinclery
H. G.