Familie González Serrano Rodriguez

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Ich bin Spanier und meine Frau ist Amerikanerin. Wir leben nicht in Deutschland, unser Zuhause ist Spanien. Ich habe eine leitende Position in einer spanischen Firma, die im Bereich der Solartechnologie tätig ist. Meine Firma hat einen Vertrag mit der deutschen Firma der Gemeinschaft der Zwölf Stämme. Ich habe drei Monate lang in Deutschland gearbeitet und wohnte während dieser Zeit in der Gemeinschaft in Wörnitz [einer Gemeinschaft der Zwölf Stämme]. Weil meine Frau während dieser Zeit ein Kind erwartete, meldeten wir uns dort an, um eine Geburtsbescheinigung zu bekommen.

Kurz vor unserer Rückkehr nach Spanien wurde ich Opfer der staatlichen Razzia auf die Zwölf Stämme-Gemeinschaften und meine drei Kinder wurden meiner Frau und mir weggenommen und in staatlichen Gewahrsam genommen!

Unsere Kinder waren zu der Zeit 5 und 3 Jahre alt. Sie sind US-amerikanische Staatsbürger. Sie sind keine Deutschen und sprachen nur Spanisch und Englisch. Jetzt sind sie bei einer deutschen Familie untergebracht und werden nun zwangsweise in die deutsche Gesellschaft integriert. In der Zwischenzeit kann ich mit meinen Kindern fast nicht mehr reden, weil sie nur noch Deutsch sprechen.

Bei einem unserer Besuche erklärte unser dreijähriger Sohn gleich zu Anfang, dass er heute mit uns nach Hause kommen werde. Im Laufe der Stunde wiederholte er das immer wieder. Er fing an zu weinen. Ich nahm ihn auf den Schoß, tröstete ihn und sagte ihm, wie gerne wir ihn nach Hause mitnehmen würden, dass wir aber noch warten müssten. Er verstand das nicht. Als unsere Besuchszeit zu Ende war, saß er immer noch auf meinem Schoß und weigerte sich, mit der Pflegemutter mitzugehen. Die beiden Frauen, die uns beaufsichtigten, kamen nun und versuchten das weinende, sich mit aller Kraft dagegen stemmende Kind aus unseren Armen zu zerren. Mein Sohn Yakol wollte meinen Arm nicht loslassen und brüllte auf dem ganzen Weg bis zum Auto. Der Schmerz war kaum auszuhalten.

Wir werden vom Jugendamt angeklagt unsere Kinder zu misshandeln und ihren Willen zu brechen. Meine Kinder haben niemals Misshandlung erfahren, bis sie in die Obhut des Jugendamtes gerieten und gegen ihren Willen von ihren Eltern getrennt wurden. Das Jugendamt bricht den Willen der Kinder.

Immer noch warten wir darauf, dass das Gericht uns das Sorgerecht für unsere Kinder zurückgibt. Bei jedem Besuch stellen unsere Kinder erneut die Frage: „Was hat der Richter gesagt?“ Eine große Enttäuschung für unsere inzwischen sechsjährige Tochter war es, zu hören, dass der kleine argentinische Junge, der ebenfalls bei der Razzia mitgenommen worden war, wieder zu seinen Eltern hatte zurückgehen dürfen.

Warum er und nicht auch ich?

„Er ist kein Deutscher“, erklärte ich meiner Tochter. „Und ich bin auch keine Deutsche!“, antwortete sie. „Ja, das stimmt allerdings!“

Das Jugendamt hat vor, unsere Tochter zum neuen Schuljahr in eine deutsche öffentliche Schule zu schicken, in der bis zur fünften Klasse kein Englisch unterrichtet wird. Uns wurde erklärt, dass die Tatsache, dass unsere Kinder in einer ausschließlich deutschsprachigen Pflegefamilie untergebracht sind und so ihre Muttersprache verlieren, völlig unerheblich sei. Es sei ja „nur für eine kurze Zeit“… Vor sechs Monaten haben wir Beschwerde eingereicht und gefordert, dass unseren Kindern eine englisch sprechende Erzieherin zugeteilt wird. Bis heute ist nichts in diese Richtung unternommen worden.

Wir haben mehrere Gerichtsverhandlungen und eine Unmenge an Papierkrieg mit dem deutschen Jugendamt durchgemacht, aber ohne jeglichen Erfolg. Unsere Kinder werden nun schon fast ein Jahr von uns getrennt gehalten! Bis zum heutigen Tag verstehen wir nicht, was uns zur Last gelegt wird. Es gibt keinerlei Beweise gegen mich und meine Frau, dass wir mit unseren Kindern irgendetwas falsch gemacht hätten. Die ärztlichen Untersuchungen am Tage der Razzia haben ergeben, dass meine Kinder kerngesund und ohne jegliche Anzeichen von Misshandlung waren. Wir haben unsere Kinder immer geliebt und uns um sie gekümmert.Wir wünschen uns, dass wir unseren Kindern die Sprache und Kultur ihrer Eltern, ihrer Großeltern und all ihrer anderen Verwandten vermitteln können. Wir haben uns in Deutschland als Gäste betrachtet und sind sehr schockiert darüber, wie ungerecht und grausam der deutsche Staat mit uns umgeht. Wir wissen nicht, wie wir aus diesem schrecklichen Albtraum, in dem wir uns gerade befinden, wieder herauskommen können.

Wir möchten in unser Heimatland zurückkehren, wo wir unseren ständigen Wohnsitz haben und wo wir in Frieden mit unseren Kindern leben können.

 

Familie Serrano González Rodriguez