Es gab einmal einen großartigen Baumeister, der ein glorreiches Bauwerk von nobler Substanz errichtete. Da er besonderen Wert auf die Beständigkeit des Bauwerks legte, ließ er nur die besten Materialien verwenden und ein solides Fundament legen. Alle Betrachter lobten seine vollendete Konstruktion und staunten über die außerordentliche Qualität. Der Baumeister beauftragte sodann seinen vertrauenswürdigsten Verwalter mit der Pflege der baulichen Struktur dieses kostbaren Bauwerks. Weil dieser sehr darauf bedacht war, die Unversehrtheit des Gebäudes zu wahren, ließ er zweimal im Jahr mehrere Baustatiker zur Überprüfung kommen. So war das Gebäude äußerst sicher und konnte selbst den stärksten Stürmen trotzen.

Eines Tages beschloss ein stolzer Feind, der den Baumeister wegen seines guten Rufes beneidete, dieses kostbare Bauwerk zu zerstören. Er verbreitete Lügen und verleumdete den Baumeister bei der Baubehörde des Landes, indem er behauptete, dass sein Bauwerk gefährlich sei. Er schickte immer wieder feindselige Berichte an die Ämter und heuerte voreingenommene Statiker an, die den gefährdeten Zustand des Gebäudes anhand manipulierter Bilder beweisen sollten. Die Beamten schenkten seinem falschen Zeugnis Beachtung und fingen an die Unversehrtheit des Bauwerks anzuzweifeln. Schließlich nahmen sie seinen Vorschlag an, das Bauwerk des Baumeisters zu untergraben, um dessen fehlerhaftes Fundament zu ergründen.

So stürzten sich eines Morgens die angeheuerten feindlichen Statiker mit großem Eifer und Gewalt auf des Baumeisters kostbarstes Bauwerk und begannen unter dessen Fundament zu graben. Umsonst zeigten die verzweifelten Verwalter die zahlreichen Berichte der anerkannten Statiker der vergangenen Jahre, um den Angriff des Feindes aufzuhalten. Aber es blieb ihnen nichts anderes übrig, als in großem Gram mit anzusehen, wie man begann das Fundament des kostbarsten Bauwerkes ihres Baumeisters zu untergraben. Und siehe da, es tauchten schon die ersten Risse an der prächtigen Fassade auf…

Die Kinder von Klosterzimmern sind in unserem Gleichnis des Baumeisters kostbarstes Bauwerk. Die Baubehörde ist die zuständige Schulbehörde und das Jugendamt. Die Beamten hatten jahrelang diese Kinder untersucht und ihren körperlichen und seelischen Zustand sowie ihre schulischen Leistungen dokumentiert. Nun sollen die “angeheuerten Statiker” -die gerichtlich bestellten Psychologen- die Kinder in staatlicher Obhut begutachten, um die Sorgerechtsentscheidungen von Herrn Richter Krüger vom Amtsgericht Ansbach und Frau Richterin Roser vom Amtsgericht Nördlingen zu untermauern. Und natürlich hat der “feindselige” RTL-Reporter Wolfram Kuhnigk sich mit alledem letztendlich einen großen Namen gemacht.

Von 2006 bis 2013 überprüfte ein Schulpsychologe des staatlichen Schulamtes, Herr X., die Kinder von Klosterzimmern zweimal im Jahr. Bei jeder Lernstandskontrolle kam er zu demselben Schluss: Die Kinder waren in ihren Leistungen mindestens durchschnittlich, manche sogar überdurchschnittlich. Er bestätigte auch, dass die Kinder ausgeglichen, glücklich und vollkommen normal entwickelt waren und eine gute Beziehung zu ihren Eltern hatten.

(Aus: Leistungsüberprüfung Klosterzimmern 
Juli 2009, 03.08.2009) 
„Sehr geehrter Herr Ministerialdirektor, 
In der Anlage übersenden wir Ihnen die 
Stellungnahme des Staatlichen Schulamts im 
Landkreis Donau-Ries zum Leistungsstand der 
Schüler der Ergänzungsschule Klosterzimmern 
im Juli 2009. Die Leistungen werden als 
zumindest durchschnittlich bewertet, 
z.T. liegen die Leistungen auch im 
überdurchschnittlichen Bereich. 
Im Vergleich zur letzten Überprüfung sind 
deutliche Fortschritte bei der Selbsttätigkeit 
der Schüler sowie in Bezug auf den 
selbstverständlichen Einsatz von Medien und 
Visualisierungsmethoden festzustellen. 
Hervorgehoben werden auch die offene, 
vertrauensvolle Atmosphäre während der 
Durchführung der Leistungsüberprüfung 
sowie die große Kooperationsbereitschaft 
der Glaubensgemeinschaft.“
(Aus: Stellungnahme zur Überprüfung der 
Schulleistungen in der Gemeinschaftsschule
Klosterzimmern von Herrn X., 
Schulpsychologe/Beratungsrektor, 13.02.2012) 
„Auch bei dieser Leistungsüberprüfung war 
das stetige Bemühen aller Beteiligten um 
vertrauensvolle Zusammenarbeit und 
Leistungssteigerung erkennbar. 
In sämtlichen Lerngruppen fielen die aktive 
Mitarbeit und Sprechfreudigkeit, die sichere 
Wiedergabe von erlerntem Fachwissen, das 
hohe Konzentrationsniveau, das äußerst 
disziplinierte Verhalten, die freundliche 
Atmosphäre sowie der rücksichtsvolle
Umgang der Kinder untereinander 
positiv auf.“

Diese Berichte wurden durch Herrn Kanth, den Leiter des Jugendamtes Donau-Ries, immer wieder bestätigt bis Mai 2013, vier Monate vor der katastrophalen Razzia in Klosterzimmern, als das Jugendamt alle Kinder unter 18 in staatliche Obhut nahm. In einem Spiegel Artikel vom 18. April 2013 bestätigte er, dass der Amtsarzt 42 Kinder von Klosterzimmern untersucht hatte und keine Anzeichen von Misshandlung gefunden hatte.

(Aus: Spiegel Online, Schule der “Zwölf 
Stämme” droht das Aus, 18.04.2013)
Alle vier bis sechs Wochen seien 
Mitarbeiter des Jugendamts auf dem Hof 
zu Besuch. 'Wir erleben dort fröhliche, 
wohlerzogene Kinder, die an ihren Eltern 
hängen', sagte Kanth. 
'Wir haben keine Handhabe, um sie aus 
den Familien zu nehmen.'”
(Aus: Besprechung am Staatl. Schulamt 
Donauwörth am 28.05.2009, 
Aktenvermerk, 9.05.2009)
[...] Die Leiter des Schul- und Jugendamtes
haben sich am 23. April 2009 einen 
Überblick über die Situation vor Ort in der 
Gemeinschaft verschafft. Dabei konnten sie 
keinerlei Anhaltspunkte für 
Gewaltanwendungen gegenüber den Kindern 
(etwa Verletzungsspuren oder Hinweise aus 
den Gesprächen mit den Kindern) feststellen. 
Herr X. teilt mit, dass er grundsätzlich zwei 
Mal im Jahr für etwa jeweils 5 Tage im 
Rahmen der vorgegebenen Überprüfung 
der Schulleistungen in Kontakt mit den 
Kindern der Gemeinschaft komme. 
Zwischenzeitlich sei das Verhältnis zu den 
Erwachsenen der Gemeinschaft bereits 
so vertrauensvoll, dass er mit den Kindern 
allein gelassen werde. 
Bei seinen Besuchen habe er kaum Kontakt 
mit den Eltern, dieser beschränke sich auf 
gegenseitiges Grüßen. Die Gemeinschaft 
habe sich zwischenzeitlich auch moderneren 
Unterrichtsthemen zunehmend geöffnet, 
die Kinder seien z. B. über das Thema 
Schwangerschaft gut informiert. 

In der Gemeinschaft lebe ein Kind mit 
Down-Syndrom. Dieses sei von einem 
Sonderschullehrer begutachtet worden. 
Dieser habe festgestellt, dass das Kind sehr 
gut gefördert werde. Bei seinen vielen 
Terminen bei der Gemeinschaft habe er 
bislang kein einziges Mal einen Anhaltspunkt 
dafür feststellen können, dass Kinder 
misshandelt werden. Er habe aus 
Einzelsituationen im Gegenteil den Eindruck 
gehabt, dass das Verhältnis der Väter und 
Kinder sehr liebevoll und in keiner Weise 
von Angst geprägt ist. Deshalb habe er 
selbst nie die Vermutung gehabt, dass die 
Kinder geschlagen werden.

Herr Kanth teilte mit, ein Kind der
Glaubensgemeinschaft, M., sei vor etwa 
eineinhalb Jahren aus schwierigen 
Verhältnissen (der Vater ist Alkoholiker) 
von seinem Vater aus Österreich freiwillig zu 
seiner Mutter in die Gemeinschaft gekommen. 
Der Junge ist jetzt etwa 16 Jahre alt. 
Er kenne M. etwas besser, da er mit ihm 
mehrere Gespräche geführt habe, als dieser zu 
seiner Mutter zog. Herr Kanth ist sich sicher, 
dass M. etwas sagen würde, wenn er 
misshandelt würde. Er habe ja auch das Leben 
außerhalb der Gemeinschaft kennen gelernt.
Herr Kanth berichtet weiter, bereits vor Jahren 
sei der Vorwurf erhoben worden, die Kinder 
der Gemeinschaft würden bei Krankheit nicht 
von einem Arzt behandelt. Er habe daraufhin 
Ermittlungen angestellt. Herr R. (ein Mitglied 
der Gemeinschaft), welcher seiner Ausbildung 
nach Krankenpfleger ist, habe ihm mitgeteilt, 
dass man natürliche Behandlungsmethoden 
vorziehe und Impfungen ablehne. 
Bei schweren Erkrankungen lasse man diese 
jedoch fachärztlich behandeln. Diese Angaben 
sind nach Überprüfung von Herrn Kanth 
zutreffend. Bislang habe jedoch keiner der 
mehreren behandelnden Ärzte eine Meldung 
an das Jugendamt wegen des Verdachts auf 
körperliche Misshandlung der Kinder gemacht.
Herr Kanth und Herr X. bestätigen 
übereinstimmend, dass es nach ihren 
Feststellungen keinerlei Hinweise darauf gibt, 
dass die Kinder in der Schule geschlagen 
werden. Die Kinder machten überhaupt 
keinen verängstigten Eindruck, auch seien 
keine körperlichen Hinweise (blaue Flecken, 
Striemen, etc.) bemerkt worden. 
[...] Herr L. (staatliches Schulamt) verweist 
darauf, dass die Überprüfung der Schule der 
Gemeinschaft im Fach Englisch von Frau B. 
vorgenommen werde. Diese stehe dem 
Lebensentwurf der Gemeinschaft, 
insbesondere deren Frauenbild, sehr distanziert 
gegenüber. Auch Frau B. habe nie Anhaltspunkte 
dafür festgestellt, dass die Kinder misshandelt 
werden.“

Der springende Punkt ist, dass die zuständigen Gerichte tatsächlich zahlreiche positive und keinen einzigen negativen Bericht über die Kinder in Klosterzimmern haben.

Sie brauchen wirklich keine weiteren Gutachten, um den psychologischen Zustand der Kinder festzustellen. Jedes gegenwärtige oder zukünftige Gutachten eines weiteren Psychologen sollte sich eigentlich auf die Berichte von Herrn X. und Herrn Kanth stützen. Es ist jetzt nach den traumatisierenden Folgen der letzten 10 Monate geradezu unmöglich, ein objektives Gutachten über diese Kinder zu erstellen . Diejenigen, die wieder in die Geborgenheit ihrer Eltern geflüchtet sind, erzählen Horrorgeschichten von der Traumatisierung durch die Razzia und ihren Erfahrungen in Pflegefamilien und Heimen.

In RTLs manipuliertem, überzogenen Sensationsfilm wird ein schauderhaftes, falsches Bild von den wunderbaren Kindern der Zwölf Stämme vermittelt. Paradoxerweise erfreut sich Herr Kuhnigk an der Behauptung, dass sich die Kinder nun „liebevoll behütet“ in staatlicher Obhut befinden. Vielleicht sollte er sich für seine nächste Undercover-Show einmal in Kinderheimen und bei Pflegefamilien umschauen. Alle unsere Jugendlichen jedenfalls sind weggerannt und haben zu Hause bei ihren Eltern wieder Zuflucht gefunden!!! Die anderen, die zu jung sind, um wegzulaufen, leben für den Moment, in dem sie wieder mit ihren Eltern vereint sein werden.

Nun verlangen die Richter von den Eltern, dass sie an einem psychologischen Sachverständigengutachten teilnehmen, damit das Gericht eine endgültige Entscheidung treffen kann. Aber warum lesen sie nicht einfach die Berichte, die die letzten Jahre vor der Razzia erstellt wurden und die eigentlich die einzig aussagekräftigen sind? Versuchen sie etwa andere Ergebnisse zu finden, als die, die es schon gibt? Jugendamt und Gericht haben immer noch keine Handhabe, aber sie halten die Kinder weiterhin fest und verweigern ihren Eltern das Recht, die Kinder in irgendeiner Weise zu beeinflussen! Einige der gerichtsbestellten Psychologen haben schon „herausgefunden“, dass manche Eltern absolut „erziehungsunfähig“ seien und liefern den Richtern damit endlich die bisher fehlenden Gründe, um die Kinder in staatlicher Obhut zu behalten. Den Eltern, die sich weigern an diesen zweifelhaften Begutachtungen teilzunehmen, wird vorgeworfen, dass sie den Verfahrenshergang verzögern. Wenn Ihr Kind Ihr kostbarster Besitz wäre und Ihnen der endgültige Sorgerechtsentzug drohte, würden Sie dann an so einer Begutachtung teilnehmen?