Praktisch jeder, der bislang mit den Kindern der Zwölf Stämme in Deutschland zu tun gehabt hat, war erstaunt über ihre Aufgewecktheit, ihr gepflegtes Aussehen, ihre guten Manieren, ihre Spontanität, ihre Beziehungen zu ihren Eltern und ihre Fähigkeit, vernünftige Gespräche zu führen. Ob man die Großeltern, die Nachbarn außerhalb der Gemeinschaft in Klosterzimmern oder die Schulaufsichtsbeamten befragt – die Ergebnisse sind dieselben. Unsere Kinder sind glücklich, gesund, ausgeglichen und in der Obhut ihrer Eltern in der Gemeinschaft in Klosterzimmern völlig geborgen. Dies ist die offensichtlich gute Frucht der Kindererziehungsmethoden der Eltern der Zwölf Stämme in Deutschland. Man kann sie an den Kindern erkennen.

Am Tage der Razzia am 5. September 2013, bei der die Eltern der Gemeinschaft überrumpelt und ihre Kinder ihnen unter Tränen entrissen wurden, wurden sie noch von Ärzten untersucht und keines wies irgendwelche Anzeichen von Misshandlung auf. Angesichts dieser Tatsachen drängt sich die Frage auf:

Warum gibt die Staatsmacht die Kinder den Eltern nicht zurück, wenn sie doch keinen Beweis für Misshandlung an ihnen gefunden haben?

Wenn man den Behördenvertretern diese Frage stellt, sagen sie, dass die Kinder gezüchtigt werden und Kinder zu züchtigen ist gegen das Gesetz und dies allein stellt automatisch eine Misshandlung dar. Ergibt das für Sie irgendeinen Sinn? Wie kann es der deutsche Staat rechtfertigen, Kinder wegen Misshandlung in Obhut zu nehmen, wenn es keinerlei Anzeichen für Misshandlung gibt?

Die Eltern stellen diese Frage immer wieder, doch keiner hört auf sie – nicht das Jugendamt, nicht die Gerichte, nicht die Presse, keiner. Fragt man jedoch die Menschen, die unsere Gemeinschaften und unsere Kinder kennen, so werden sie ausnahmslos bestätigen, dass diese Kinder erstaunlich sind. Selbst die Beamten der Schulaufsichtsbehörden, die unsere Kinder zehn Jahre lang beobachtet, geprüft und bewertet haben, gaben ausschließlich sehr positives Feedback. Ihre eigenen Schulakten dokumentieren dies zu Genüge. Trotzdem haben sie Angst davor, öffentlich über diese Tatsachen zu sprechen. Warum? Haben sie vielleicht Angst um ihren Arbeitsplatz oder davor, dass das Jugendamt vielleicht kommt und ihre eigenen Kinder auch abholt? Warum hat man so viel Angst vor der Wahrheit? Unabhängige Psychologen, die zu dem Befund kamen, dass die Kinder psychisch gesund sind, werden von den Gerichten nicht angehört, ihre Gutachten nicht akzeptiert.

Gibt es in Deutschland Menschen, die bereit sind, sich der Tatsache zu stellen, dass es Kinder gibt, die gezüchtigt werden und dabei nicht misshandelt werden?

Wir wissen mit großer Sicherheit, dass viele Eltern in diesem Land in diese Kategorie fallen. Das deutsche Gesetz verbietet Züchtung, es steht jedoch nirgendwo geschrieben: “Wenn Eltern ihre Kinder züchtigen, muss man sie ihnen wegnehmen.” Genau das passiert jedoch gerade mit zweiundzwanzig Kindern, die bereits seit über zehn Monaten ihrer Eltern beraubt sind. Aber das verlangt das deutsche Gesetz nirgendwo!

Niemand nimmt sich die Zeit, darüber nachzudenken, was für jedes Kind das Beste wäre. Keiner wägt die Verhältnismäßigkeit des schweren Schadens ab, der einem Kind zugefügt wird, das zehn Monate lang von seinen Eltern getrennt wird! Dies ist kein psychologisches Mysterium, das erforscht werden muss, sondern einfach gesunder Menschenverstand.
Ein Verfahrensbeistand (staatlich bestellter Rechtsanwalt) der Kinder stellte sogar fest: “Wir wissen, dass Sie Ihre Kinder lieben. Das ist keine Frage!” Warum ist das nicht die Frage, wo es hier doch um das „Wohl der Kinder“ geht? Ein deutscher Religionswissenschaftler beschreibt die Züchtigung der Mitglieder der Zwölf Stämme als “liebevolle Disziplinierung”! (Gerald Willms, Die wunderbare Welt der Sekten, 2012, S. 84)

Sonst übliche Kinderschutz-Richtlinien werden bei den Zwölf Stämme-Kindern, die unrechtmäßig vom Staat in Obhut genommen wurden, NICHT befolgt :

  • Per Gesetz haben Eltern und Kinder das Recht, die Teilnahme an einem psychologischen Gutachten zu verweigern, ohne dass dies gegen sie verwendet werden darf. Die Zwölf Stämme-Eltern versucht man nun aber zu erpressen am Gutachten teilzunehmen, indem man die Gerichtsverfahren verzögert. Das Recht des Kindes, kein Gutachten erstellen zu lassen, wird vom Jugendamt ignoriert.

  • Es scheint, als habe es das Jugendamt einzig und allein darauf abgesehen, die Kontrolle zu behalten; offensichtlich ist es nicht bereit, die Kinder selbst als einfachen und schlichten Beweis anzusehen.
    Die Inobhutnahme der Kinder wird von den Gerichten und vom Jugendamt lediglich mit Vermutungen gerechtfertigt, nicht mit tatsächlichen Anzeichen von Schädigung.

  • Ein Grundsatz der Kinderschutzgesetze verlangt von Sozialarbeitern, auf die Wiederzusammenführung von Eltern und Kindern hinzuarbeiten.
    Im Fall der Zwölf Stämme-Eltern hört man jedoch oft: “Sie werden Ihre Kinder nie wiederbekommen!” Die Kinder wiederum werden bewusst gegen den Glauben ihrer Eltern beeinflusst und mit Hilfe psychischen Drucks dazu gebracht, sich dem Willen des Jugendamtes zu fügen! Das ist Kindesmisshandlung, die offensichtliche Manipulation von Kindern gegen die ihnen vertraute Kultur.

    Was ist eigentlich aus ihren angeblich so hochgehaltenen Kinderrechten geworden? Die älteren Kinder, die dazu im Stande waren, sind aus den Fängen des Jugendamtes geflüchtet, um wieder nach Hause zu kommen. Wer sagt, dass sie keinen eigenen Willen hätten? Die großen wie die kleinen haben einen starken Willen, sie wollen bei ihren Eltern zu Hause sein. Aber sie sind dem allmächtigen Jugendamt, das seine Macht missbraucht, hilflos ausgeliefert und können ihren eigenen Willen nicht ausüben. Das Jugendamt sollte helfen und nicht kontrollieren.

Ein großer Lehrer hat einmal gesagt: “Ein guter Baum kann keine schlechte Frucht tragen und ein schlechter Baum kann keine gute Frucht tragen.” Erlaubt es das deutsche Gesetz, diesen weisen Maßstab anzuwenden? Oder ist es nicht möglich, gute Frucht als solche anzuerkennen? Das Grundprinzip, das das Jugendamt und die Gerichte auf die Zwölf Stämme anwenden, ist, dass alle Kinder, die gezüchtigt werden, misshandelt sind. Die Frucht, nämlich der gute Zustand der Kinder, bleibt dabei völlig unbeachtet.

Ein solches Denken verstößt gegen das Gewissen, gegen die klaren Anweisungen im alten und neuen Testament der Bibel und gegen das gottgegebene, instinktive Wissen. Es ist das gottgegebene Recht von Eltern, über ihre Kinder Autorität auszuüben, um sie mit einem guten Charakter auszustatten. Nur so werden aus Kindern gute Bürger werden.
Das deutsche Grundgesetz bezeichnet dieses Recht als das “natürliche” Recht der Eltern und dieses wird vollkommen ignoriert. Mit dem Entzug dieses Rechts durch das Gesetz selbst oder aber durch seine Anwendung durch die Gerichte, wird dem Staat statt den Eltern die unbegrenzte Autorität und Kontrolle über die Kinder gegeben. Wenn ein Staat die totale Macht hat, ist dies ein gefährliches Mittel zur Zerstörung von Familien. Dazu ist eine Regierung nicht berechtigt. Es ist nicht das natürliche Recht von Regierungen, Kinder zu erziehen; dazu wurden Regierungen nicht eingesetzt.

Nach deutschem Gesetz ist es klar, dass Eltern und Kinder ein Recht auf Familienautonomie haben. Dieses Recht kann ihnen nur aufgrund des Glaubens der Eltern nicht geraubt werden. Angeblich haben Kinder auch Rechte, aber sie können diese nur ausüben, wenn ihre Wünsche mit denen des Jugendamtes übereinstimmen. Beweist das nicht, dass das Jugendamt gegenüber Eltern und Kindern allmächtig ist, und das nur aufgrund seiner Vermutungen und Theorien?
Wer sagt, dass das Jugendamt mehr Autorität über das Kind hat als die Eltern und das, trotz nicht vorhandener Beweise für Misshandlung? Nirgendwo im Gesetz steht, dass Züchtigen das Abholen von Kindern erfordert.

Wir glauben nicht, dass wir „über dem Gesetz stehen“, wie es uns von vielen vorgeworfen wird. Sollte es konkrete Beweise dafür geben, dass Eltern in den Zwölf Stämmen ihre Kinder misshandeln, so sollten diese Eltern in einem fairen Verfahren vor Gericht gebracht werden.
Dies muss aber immer noch individuell beurteilt werden und nicht rechtswidrig nach “Schuld durch Zugehörigkeit”. So etwas ist Sippenhaft!

Selbst wenn Beweise für konkrete Misshandlung vorliegen, verlangt das Gesetz, dass der Staat sich mit der schwächsten restriktiven Maßnahme einschaltet und nicht der einschneidendsten aller Maßnahmen, nämlich einer Inobhutnahme der Kinder.
Sämtliche Schritte des Gerichts basieren auf verallgemeinerten Aussagen und Vorwürfen – nicht auf Beweisen, wie es im besten Interesse jedes der Inobhut genommenen Kinder wäre.
Die Mitglieder der Zwölf Stämme wurden als Gruppe in einen Topf geworfen, was ein faires Verfahren, das in einem Rechtstaat vorgesehen ist, völlig zunichte macht. Artikel 3 Grundgesetz besagt, dass kein Bundesbürger “wegen […] seines Glaubens, seiner religiösen […] Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden” darf. Gilt diese gesetzliche Regelung für Mitglieder der Zwölf Stämme nicht?

Der bekannte deutsche Pfarrer, Martin Niemöller, sagte 1946 reuevoll:
„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“