Das Pessachfest

Am 14.04.2014 bei Sonnenuntergang beginnt für uns und das jüdische Volk das diesjährige Pesachfest (oder Passa). Es ist eines der bedeutendsten Feste des Volkes Gottes.

es ist des HERRN Passa. … Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den HERRN, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung. (2.Mose 12,11+14)

Dieser Festtag ist ebenfalls der Beginn des Festes der ungesäuerten Brote.

Haltet das Gebot der ungesäuerten Brote. Denn eben an diesem Tage habe ich eure Schare aus Ägyptenland geführt; darum sollt ihr diesen Tag halten, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung. Am vierzehnten Tage des ersten Monats am Abend sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages des Monats, sodass man sieben Tage lang keinen Sauerteig finde in euren Häusern. (2.Mose 12,17-19)

Es handelt sich dabei um ein Familienfest, bei dem eine Woche lang ungesäuertes Brot gegessen wird.

Und wenn eure Kinder zu euch sagen werden: Was habt ihr da für einen Brauch?, sollt ihr sagen: Es ist das Passaopfer des HERRN, der an den Israeliten vorüberging in Ägypten, als er die Ägypter schlug und unsere Häuser errettete. (2. Mose 12,26-27)

storyJede jüdische Gemeinde feiert Pessach mit einem Abendgottesdienst, dem dann das große Festmahl, der Seder, im Familienkreis folgt.

Für uns ist das Abendmahl an Pessach, das Brotbrechen zusammen mit unseren Kindern, eines der unserer höchsten religiösen Feste. Ein Erzähler schildert dabei den Kindern die Geschichte über den Auszug aus Ägypten und wir Eltern erzählen über unseren Glauben und unsere Dankbarkeit für den Sohn Gottes, unser Opferlamm.

Deshalb haben wir für Pessach beim Jugendamt und beim Amtsgericht beantragt, dass unsere Kinder für dieses besondere Fest für einen Tag, wenigstens jedoch für einige Stunden, wenn nötig auch unter Aufsicht von Erziehern, Pflegeeltern oder Mitarbeitern des Jugendamts, in ihr Elternhaus kommen und gemeinsam mit ihren Familien dieses Fest feiern dürfen.

Seit unsere Kinder gewaltsam in staatliche Obhut genommen wurden, hat das Jugendamt ihnen die Ausübung ihrer Religion verwehrt – sie dürfen nicht den Shabbat feiern, ihre Bar Mitzvah (Firmung/Konfirmation) begehen, nicht an Hochzeiten ihrer Geschwister und Freunden teilnehmen, nicht Yom Kippur und Sukkoth feiern. Und nun wurde ihnen auch die Pessachfeier verboten.

Wir haben uns um Hilfe an das zuständige Familiengericht Nördlingen gewandt. Wie nicht anders zu erwarten war, entschied Familienrichterin Roser den Antrag abzuweisen, unter dem Vorwand, dass „Umgangsbeschränkungen zur Verhinderung einer konkreten Gefährdung des Kindeswohls erforderlich“ seien.

Ist das unser Land, in dem die Ausübung der Religion vom Grundgesetz garantiert wird?

Demo_16042014

Demo vor Amtsgericht Nördlingen am 16.04.2014

Wir werden nun das Bundesverfassungsgericht um Hilfe anrufen. Gestern demonstrierten die Zwölf Stämme diesbezüglich vor dem Amtsgericht Nördlingen mit anschließendem Protestmarsch durch die Innenstadt.

Liebe Mitbürger, es war kein Zufall, dass der Gruppen-Sorgerechtsentzug bei den Zwölf Stämmen am jüdischen Festtag des Erwachens stattfand!

Wir müssen dazu aufwachen, dass die Grundrechte in unserem Land in Gefahr sind!