In einer Streitsache scheint jede Geschichte 
wahr zu sein, bis sie von jemandem 
zurechtgerückt wird. (Sprüche 17,18)

Am 27. Januar 2014 erschien im Spiegel Online folgender Artikel: Leben nach der Sekte: „Ich habe keine Wurzeln und keine Kraft zu fliegen“.
Yakarah (24 Jahre alt), die leibliche Schwester von Amitsa (19 Jahre alt), die in diesem Bericht dargestellt wird, hatt
e eine Gegendarstellung an den Spiegel Online geschickt, die leider bis heute nicht veröffentlicht wurde.
Um den einseitigen Spiegel-Bericht ins richtige Licht zu rücken, möchten wir auf diesem Weg Yakarahs Sichtweise veröffentlichen:

Mein Name ist Yakarah. Ich bin die Schwester von „Amitsa“ aus dem Spiegel Report: „Ich habe keine Wurzeln und keine Kraft zu fliegen“
 
Wie meine Schwester, bin ich in den Zwölf Stämmen geboren und aufgewachsen. Als meine Eltern und drei meiner Geschwister die Gemeinschaft vor vier Jahren verließen, war es klar für mich, dass ich trotzdem hier bleiben will.
 
In der Gemeinschaft zu leben ist eine absolut freiwillige Sache. Ich lebe hier mit meinen Freunden zusammen. Ursprünglich waren meine Eltern und meine Geschwister auch freiwillig hier, aber das hat sich irgendwann geändert. Sie waren dann nicht mehr mit dieser freiwilligen Überzeugung da, sondern nur aus praktischen Gründen und Angst vor einem neuen Start in der normalen Gesellschaft. Dies erzeugte unnötigerweise eine Zwangssituation, weil sie nicht ehrlich waren.
 
Es tut mir leid für meine Schwester, dass ihr Leben so ein Scherbenhaufen ist. Nicht alle Aussteiger leben so wie sie. Sie hätte auch ein anderes Leben oder einen anderen Lebenstil wählen können. Vieles von dem, was meine Schwester beschreibt, hat mit den persönlichen Problemen in unserer Familie zu tun. Ich denke, dass meine Schwester die Gemeinschaft beschuldigt und für Dinge verantwortlich macht, die eigentlich nur unsere familiären Probleme waren. Diese Erfahrungen in unserer Familie kann man aber nicht verallgemeinern und auf keinen Fall auf die ganze Gemeinschaft übertragen. Was gerade passiert, bezeichne ich als Rufmord.
 
Die „Aussteiger-Aussagen“ meiner Schwester sind natürlich total sensationell. Aber wer macht sich die Mühe die andere Seite zu hören? Es macht mich fast wahnsinnig daran zu denken, dass keiner wirklich die andere Seite hören will. Leider ist aufgrund ihrer Anschuldigungen die Familie unseres Bruders zerissen worden. Wer macht sich Gedanken darüber, dass seine vier kleinen Kinder auf vier verschiedene Pflegefamilien bzw. Einrichtungen zerstreut wurden und wie ihre Zukunft damit aussieht? Ich weiß nur eines, dass die Menschen, mit denen ich lebe, niemals verdienen, was ihnen gerade widerfährt und was über sie gesagt wird.
 
P.S.: Übrigens meine Schwester, genau wie die anderen Aussteiger, melden sich immer wieder unter anderen falschen Namen, was den Eindruck erweckt, dass sich immer wieder neue Aussteiger melden.