Freitag, der 8. November 2013
Heute morgen war ich froh. Morgen ist der 
Sabbat. Ich war dabei, mit meiner Schwester 
Merea den Nachtisch und das Brot für morgen 
abend zu backen. Imma und Abba* sind seit 
heute morgen um 7:00 Uhr unterwegs. 
Es war drei Uhr nachmittags. Abba und Imma 
sollten bald zuhause sein. Da klingelte es 
draußen. Ich ging hin, um zu sehen, wer es 
war, aber auf dem kleinen Guckloch war 
ein Finger. Ich rannte zurück und sagte 
meiner Großmutter Bescheid. Sie ging und 
rief durch die Tür:“ Wer ist da?“ 
Jemand sagte seinen Namen. 
Vorsichtig öffnete sie die Tür.
(*Imma und Abba sind die Hebräischen 
Bezeichnungen für Mutter und Vater)

Zwei Polizisten drängten sich ins Haus. 
Kaum drinnen, sagten sie, dass sie gekommen 
wären, um Merea und mich abzuholen. 
Wir waren in der Küche. Sie kamen rein und 
sagten uns, dass wir ein paar wichtige Dinge 
einpacken sollten. 
Wir schrien und weinten. 
Merea hielt sich an Großmutti fest und 
schrie: “Wir wollen nicht weg! Wir können 
nicht gehen! Unsere Eltern brauchen uns 
zuhause! Wir wollen Ade sagen! 
Ihr könnt uns nicht nach Deutschland bringen! 
Wir sind Schweizer! Wir wollen nicht nach 
Deutschland gehen!“ 

Wir weinten und schrien. Ich zog meine Schuhe 
nicht an. Mein Abba wollte, dass ich der 
Polizei die Telefonnummer vom Rechtsanwalt 
gebe. Ich konnte sie nicht finden. 
Der Polizist sagte, ich hätte noch fünf 
Minuten. Ich versuchte, Zeit rauszuschinden. 
Ich hielt mich an Merea fest. 
Großmutti zog ihr die Schuhe an. Sie wollte, 
dass wir mehr zu Frieden kämen. 
Merea schrie und zwei Polizisten kamen, 
um sie rauszutragen. Ich schrie sie an, 
dass sie auf meine Eltern warten sollten, 
denn die sollten in zehn Minuten da sein. 
Sie anworteten: “Nein“. 
Ich sagte: “Sie können mich nicht 
raustragen. Ich bin Schweizerin.“ 
Ein Polizist war schockiert. Der andere 
sagte: “Die ist doch keine Schweizerin.“

Ich schrie:“ Klar bin ich Schweizerin!“
Ich rannte ins andere Zimmer, um nach 
meinem Personalausweis zu suchen. 
Sie sprangen auf, um mich zu schnappen. 
Ich suchte wie wild, aber ich fand nur 
Hannas Ausweis. Ich zeigte darauf: 
“Hier, das ist meine Schwester.“ 
Aber die glaubten mir nicht. 
Sie packten mich und drückten mich auf den 
Stuhl, zogen mir meine Stiefel an, stopften 
mich in meine Jacke und schleppten mich 
raus. Ich schrie so laut ich konnte.
Keine Nachbarn kamen raus, um mich zu retten. 
Ich war soooo hilflos. Sie schubsten mich 
ins Auto und schnallten mich fest. 
Ich war still. Merea schrie und weinte. 
Ich rief meine Eltern an. 
Ich sagte: “Sie bringen uns nach Deutschland.

Meine Eltern folgten uns bis an die deutsche 
Grenze. Als sie unsere Schweizer Papiere 
vorzeigten, waren sie überrascht. 
Aber es war zuspät.
Merea und ich pochten gegen die Fenster. 
Ich musste so dringend auf die Toilette. 
Merea auch. Wir wollten unsere Eltern 
umarmen, aber sie ließen das nicht zu. 
Wir gingen weinend auf die Toiletten. 
Als wir zurück kamen, rissen wir uns 
plötzlich aus ihren Klauen los und rannten 
zu unseren Eltern. Nach einer kurzen 
Diskussion wurden wir gezwungen, mit der 
deutschen Polizei mitzugehen und unsere 
Eltern konnten uns zur Polizeistation 
folgen. Wir saßen im Gang der Polizeistation 
fünf Stunden lang mit unseren Eltern. 
Dann kam das Jugendamt. 

Herr Singer, Herr Ziegler, Frau Kundinger 
und noch zwei andere Frauen. 
Meine Eltern gingen zu ihnen hin, um mit 
ihnen zu reden. Wir beteten, dass unser 
Vater ein Wunder tut und uns heimgehen 
lässt, aber nein! Meine Eltern kamen beide 
zurück und weinten. Ich wünschte, wir 
könnten einfach alle bloß sterben! 

Ich schrie die Polizisten an:Sind Sie da, 
um Leute zu beschützen und zu retten oder 
sind Sie dazu da, uns an diese üblen Feinde 
auszuliefern?“ 
Der Polizist antwortete mir nicht. 
„Das ist Misshandlung. Ich bin niemals so 
misshandelt worden! Wir sind von denen 
weggelaufen. Wir sind um unser Leben 
gelaufen und jetzt liefert ihr uns wieder 
an sie aus? Wir werden umkommen!!!“ 
Ein Polizist kam rüber und befahl mir 
aufzuhören. Ich würde es nur schlimmer für 
Merea machen, wenn ich weiter meine Gefühle 
ausdrücken würde. Er wollte, dass ich ihm 
verspreche, still zu sein. 
Ich sagte:“ Ich bin still, wenn ihr mir 
erst versprecht, dass wir nichtgetrennt 
werden.“ 
Er stimmte mir zu und ging, um mit dem 
Jugendamt zu sprechen. 
Er kam zurück und konnte mir jedoch nichts 
versprechen, deswegen beschwörte ich sie 
immer weiter und schrie sie weinend an, 
dass sie die größten Kindesmisshandler auf 
der ganzen Welt wären. Er befahl mir, ruhig 
zu sein,aber ich sagte, dass würde ich 
nicht tun, weil er nicht sein Versprechen 
gegeben hatte. Irgendwelche Polizisten 
holten irgendwoher einen „Seelsorger“ vom 
Roten Kreuz, um mit mir zu reden. 
Die dachten, ich wäre durchgedreht. 
Ich schrie ihn an, ja nicht mit mir zu reden, 
ich sei total normal und würde nur mein 
Gehirn benutzen und dass ich überhaupt nicht 
verrückt wäre, aber wenn er wissen wollte, 
warum ich mich so verhalten würde, würde ich 
es ihm sagen. Ich sagte:“ Die misshandeln uns!
Die nehmen uns unseren Eltern weg und 
obendrauf trennen die mich noch von meiner 
Schwester!“

Die böse Frau Kundinger schnappte sich Merea 
und fing an mit ihr wegzulaufen. Ich wusste 
noch nicht mal, ob Merea meinen Eltern einen 
Abschiedkuss geben konnte. Schnell umarmte ich 
meine Eltern und rannte hinter Merea her. 
Ich klammerte mich an ihr fest. 
Merea schrie wie am Spieß, dass sie mit mir 
kommen wollte.Sie rissen sie von mir weg. 
Das Letzte, was ich von ihr hörte, war: 
„Versprich mir, dass ich heute Nacht mit 
meiner Schwester schlafen kann. 
Bitte versprich es mir! Bitte...“ und dann 
hörte ich nur noch lautes Geschrei. 

Polizisten befahlen ihr, still zu sein und 
dazwischen Frau Kundinger und Herr Singers 
kalte Stimmen. 
Wir waren vier Stunden lang unterwegs und 
kamen um zwei Uhr morgens in irgendeinem 
Dorf an. 
„Wo ist Merea?“ fragte ich. 
„Sagen Sie es mir. Ich mache nichts, bevor 
Sie mir das nicht sagen...“ 
Aber die antworteten nur: “Sie ist im anderen 
Auto.“ Es regnete und war superkalt draußen 
und ich hatte fast nichts an, deswegen folgte 
ich ihnen ins Haus. Ich sprach kein Wort. 
Sie fragten, ob ich ein Handy hätte. 
Ich sagte: “Nein.“
Herr Singer sagte, er dächte, dass ich eins 
hätte.
Ich sagte: “Nein.“ 
Die Frau, die uns in Empfang genommen hatte, 
fragte, ob sie meine Tasche durchsuchen 
könnte.
Ich sagte: “Nein.“
Also kamen sie zur Schlussfolgerung, dass ich 
eins hätte und dass sie meine Tasche 
durchsuchen würden.
Ich sagte: “Nein!“....und ... “die Frau kann 
selbst meine Tasche durchsuchen, ohne euch 
alle, denn ich hasse euch dafür, was ihr 
macht und was ihr seid.“
Herr Singer bemerkte spöttisch: 
“OK. Eva lügt nie. Sie können ihr vertrauen, 
dass Sie Ihnen nachher die Tasche zeigen 
wird.“
Als sie gingen, wollte er mir die Hand 
schütteln. 
Ich blickte ihm in die Augen und sagte:“ 
Ich schüttle nicht die Hand von so einem 
üblen Menschen wie Ihnen!“
Spötterisch erwiderte er : “Oh, das habe 
ich erwartet.“
Sobald sie weg waren, legte ich mein Handy 
auf den Tisch, verbarg meinen Kopf in 
meinen Händen und weinte. Die Frau zeigte 
mir, wo mein Handy aufbewahrt werden würde
und ein bisschen von dem Haus. Sie erzählte
mir, dass ich mich in einem Heim mit sieben 
anderen Mädchen befinden würde und dass es 
mehrere Heime im Dorf gäbe. 
Ich sah mein Zimmer, sie gab mir noch eine 
Zahnbürste und Zahnpasta und ein paar 
Handtücher.

Ich wollte nicht einschlafen. 
Ich wusste, dass Merea inzwischen entweder 
angekommen sein musste oder sich noch irgendwo 
auf der Straße befinden musste. 
Um drei Uhr sagten sie mir, dass sie noch 
unterwegs sei. Ich weiß, dass Merea im Auto 
nicht geschlafen hat. Sie hat es mir gesagt,
bevor sie gegangen war, dass sie zu viel 
Angst davor haben würde einzuschlafen, 
weil sie nicht wusste, was die mit ihr 
machen würden, wenn sie schläft.
Für mich ist das RICHTIG SCHLIMME 
KINDESMISSHANDLUNG.

DASS MAN EINEM KIND SO ETWAS SCHLIMMES 
ANTUN KANN – MITTEN IN DER NACHT.

Bemerkenswert ist noch, dass gerade in dieser 
Nacht das deutsche Volk den 75. Gedenktag der 
Reichspogromnacht November 1938 feierte.

Und so berichtete es die Zeitung.
Sie waren ganz ruhig.“ 
Am vergangenen Wochenende übergaben Schweizer 
Polizisten die beiden wochenlang 
verschwundenen Mädchen der Sekte „Die Zwölf 
Stämme“ an Mitarbeiter des Landratsamtes 
Donau-Ries. 
Die Mädchen im Alter von neun und 17 Jahren 
befinden sich nun in einer Pflegefamilie 
sowie in einer Jugendhilfeeinrichtung.

...

Die Mitarbeiter seiner Behörde haben dem 
Mädchen das Handy nicht abgenommen, 
sagt Achim Frank vom Landratsamt Donau-Ries: 
„Aber es gibt durchaus Jugendhilfe-
einrichtungen, in denen ein grundsätzliches 
Handy-Verbot gilt. Das richtet sich nicht 
gezielt gegen Einzelne.“ Auch habe man den 
Eltern den Kontakt mit den Mädchen nicht 
verboten, er müsse allerdings jetzt neu 
geregelt werden. „Ein Kollege kümmert sich 
um die Mädchen. 
Sie müssen jetzt erst mal zur Ruhe kommen.“ 
Sie bräuchten ihre persönlichen Gegenstände 
und Unterlagen wieder. 
Die Rückführung der beiden Kinder von der 
Schweizer Grenze aus sei unproblematisch 
gewesen:
„Sie waren ganz ruhig.“ 
(Auszüge aus „Sekten-Vater attackiert 
Behörden - Augsburger-Allgemeine: 
http://www.augsburger-allgemeine.de/
noerdlingen/Sekten-Vater-attackiert-
Behoerden-id27763077.html)