Bin ich etwa eine Verbrecherin geworden?“

NechonahMit rosigen Wangen und hoffnungsvollem Gesicht wartet sie auf einen positiven Beschluss vom Oberlandesgericht.

Am Dienstag hat sie noch einmal an den Vorsitzenden Richter des 30. Senats appelliert:

Sehr geehrter Herr Richter Prexl,
ICH WILL ZUHAUSE BLEIBEN!!
Hiermit will ich bestätigen, dass ich meinen eigenen Willen habe, den meine Eltern respektieren und NICHT BRECHEN.
Das Jugendamt sind diejenigen, die meinen persönlichen Willen brechen. Sie schicken sogar Kriminalpolizei um mich hier raus zu holen. BIN ICH ETWA EINE VERBRECHERIN GEWORDEN? Wenn nicht, dann warum behandelt das Jugendamt und die Polizei mich so?
Ich bin ein einfaches 12-jähriges Kind, das eine Meinung hat und sie zeigt. Nämlich, dass ICH ZUHAUSE BLEIBEN WILL!
Was muss ich denn noch alles anstellen um gehört zu werden?
ICH HABE EINE EIGENE MEINUNG, die aber bis jetzt noch nicht gehört wurde. Habe ich kein Recht gehört zu werden und ein sicheres Zuhause bei meinen Eltern zu haben?
Liebe Grüße Nechonah Pfeiffer

Mittwoch morgen ist dann der negative Beschluss gekommen – das Sorgerecht für Nechonah bleibt beim Staat:

… „Das körperliche, geistige und seelische Wohl des Kindes ist … gefährdet
Sowohl die Bestimmung des § 1666 BGB als auch Art. 6 Abs. 2 GG dienen der Wahrung der Grundrechte der Kinder. Wenn diese gefährdet sind, besteht nicht nur ein Eingriffsrecht, sondern – dem Kind gegenüber – eine Eingriffspflicht.
Da die Trennung von ihrem Kind für die Eltern den stärksten vorstellbaren Eingriff in das Elternrecht darstellt, ist er nur bei Wahrung des Grundsatz der Verhältnismäßigkeit mit dem Grundgesetz vereinbar, wobei jedoch die oberste Richtschnur das Kindeswohl bildet. …
Gemäß §1631 Abs. 2 BGB hat seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung am 02.11.2000 jedes Kind ein Recht auf eine uneingeschränkt gewaltfreie Erziehung.“
(Auszüge aus dem Beschluss des OLG München Familiensenat vom 17.02.2014)

Die Richter haben also entschieden, dass Nechonah nun wieder gegen ihren eigenen Willen von ihren Eltern getrennt werden muss, um sicher zu stellen, dass ihre „gewaltfreie Erziehung“ gewährleistet ist?

Nach Auffassung des Gerichts ist diese Entscheidung „bei Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit mit dem Grundgesetz vereinbar.

Artikel 6 GG

  • (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
  • (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
  • (3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.
  • (4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.
  • (5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

Die Verfassung ist die Zierde eines gerechten Volkes,

aber wenn das Grundgesetz nur zur Zierde da ist,

dann ist die Gerechtigkeit verloren gegangen.

Historisch wichtig für uns ist dabei zu beleuchten, dass diese Verfassung, das Grundgesetz, nach der schrecklichsten Gewaltsherrschaft, die unser Volk je erfahren hat, unter Mithilfe der allierten Siegermächte (USA, GB und F) entstand und am 23. Mai 1949 in Kraft trat. Sie wurde dem deutschen Volk gegeben, damit sie NIE wieder so eine schlimme Zeit erleben sollten. Die ursrprüngliche Absicht unseres Grundgesetzes war es, die Rechte der deutschen Bürger zu wahren und sie vor der Willkür und Übermacht des Staates zu schützen.

Also wer wacht über den Rechtsstaat, der immer Recht hat?

 Deshalb sehen wir es heute als sehr bedenklich, ja sogar bedrohlich, wie die Rechte der deutschen Bürger immer mehr zu Gunsten des Staates eingeschränkt werden.

Also was passiert nun mit der zarten Nechonah?

Wieso wird nun hier mit massiver Staatsgewalt
gegen ein zwölfjähriges Mädchen vorgegangen? 
Ist das Kindeswohl wirklich immer noch die 
oberste Richtschnur dieser Entscheidung – 
oder ist inzwischen alles zu einem politischen 
Machtkampf geworden? Geht es nur noch darum 
sich einer politisch unangenehmen „Sekte“ 
zu entledigen?

Warum fragt man nicht das Kind?
Warum hört man nicht auf das, was Nechonah sagt und will?

Das wäre eigentlich das Naheliegendste – stattdessen schreiben Richter, Rechtsanwälte, Pädagogen und Psychologen komplexe Begründungen, warum sie nicht bei ihren Eltern bleiben darf. Die Rechte des Kindes werden also nur gewährleistet, wenn es darum geht sie vor den Eltern, aber nicht vor staatlicher Gewalt zu beschützen.

Der Eindruck verwehrt sich einem nicht, dass hier eine Misshandlung von Staatsgewalt stattfindet und dass Menschen, die einer religiösen Minderheit angehören, legal vergewaltigt werden.

Spruch des Tages:
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Achtet ein Herrscher auf Lügen,
werden alle seine Beamten zu Schurken
(Sprüche 29,12)