Würde die weiße Rose heute blühen?

Eine Frage an uns Bürger in Deutschland

Denkmal für Hans und Sophie Scholl: Die weiße Rose in München

Weitgehend unbekannt außerhalb Deutschlands, jedoch sehr hoch angesehen innerhalb des Landes, sind die Mitglieder der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ in den frühen 40er Jahren. Sie waren eine der wenigen Bewegungen, die sich gegen die Nazis stellten, philosophisch oder politisch. 1942 und 1943 verteilten sie sechs Flugblätter, in denen sie ihre deutschen Mitbürger dazu aufriefen, sich den Nazis in jeglicher Weise zu widersetzen. Die berühmtesten Mitglieder der „Weißen Rose“ sind Hans und Sophie Scholl.*

Unter jüngeren Deutschen sind sie die höchst geachtetsten Deutschen, die jemals gelebt haben. Allein 190 Schulen sind nach Sophie benannt. Sie ist Deutschlands „Frau des Jahrhunderts“.

Warum diese Wertschätzung? Warum diese Ehre? Stehen wir Deutsche heute genauso gegen Ungerechtigkeit und für Religions- und Gewissensfreiheit? Dann müssen wir auch sagen, dass das Gewissen des Einzelnen ihn oder sie leiten muss – selbst gegen das Gesetz, wenn es wider das Gewissen geht – denn das Gewissen ist das wahre Echo Gottes in jedem Mann und in jeder Frau.

Dafür ging die „Weiße Rose“ zugrunde. Würde sie heute blühen?

Wenn wir Deutsche heutzutage nicht einstehen für Gewissensfreiheit selbst entgegen der einschüchternden Macht des Staates, warum applaudieren wir dann dem Heldentum von Sophie und Hans Scholl? Wenn wir glauben, dass unsere Regierung keine höhere Autorität hat, vor der sie sich bezüglich ihrer Gesetze und Erlasse verantworten müssen, dann offenbaren wir unsere wahre Vaterschaft und unsere wahre Natur. Wir sind dann nicht wie unsere Helden. In unserer Hochachtung für die Scholls sind wir dann tatsächlich nicht anders als die Schriftgelehrten und Pharisäer, welche die Propheten und gerechten Menschen ehrten, welche von deren Vätern umgebracht wurden.

Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr baut die Gräber der Propheten und schmückt die Grabmäler der Gerechten und sagt: Wären wir in den Tagen unserer Väter gewesen, so würden wir uns nicht an dem Blut der Propheten schuldig gemacht haben. So gebt ihr euch selbst Zeugnis, dass ihr Söhne derer seid, welche die Propheten ermordet haben. Und ihr, macht das Maß eurer Väter voll!“ (Matthäus 23.29 -32 – Bibelzitat)

Wir sollten uns der Gewissensfrage stellen, ob wir auf der Seite der Gerechten stehen, die wir ehren, oder ob wir auf der Seite der Väter stehen, die die Gerechten umbrachten. Mit aller Wahrscheinlichkeit wird die überwältigende Mehrheit von uns Deutschen, jung und alt, bei dieser Probe versagen. Wollen wir aus unseren Fehlern lernen?


Sophie Scholls Festnahme nach Verteilung von Flugblättern der „Weißen Rose“ (Szene von „Sophie Scholl – Die letzten Tage“).

Denken Sie über diesen Dialog nach, welcher der Gestapo-Abschrift entnommen wurde, über Sophie Scholls Befragung kurz vor ihrer Hinrichtung:

Sophie
Warum wollen Sie uns denn dann überhaupt bestrafen?

Vernehmungsbeamter Mohr
Weil das Gesetz es so vorschreibt! Ohne Gesetz keine Ordnung.

Sophie
(sehr engagiert) Das Gesetz, auf das Sie sich berufen, hat vor der Machtergreifung 1933 noch die Freiheit des Wortes geschützt und heute bestraft es unter Hitler das freie Wort mit Zuchthaus oder dem Tod. Was hat das mit Ordnung zu tun?

Vernehmungsbeamter Mohr
Woran soll man sich denn sonst halten, als an das Gesetz, egal, wer es erlässt?

Sophie
An Ihr Gewissen.

Vernehmungsbeamter Mohr
Ach was! (deutet auf den Gesetzesband mit dem er beim ersten Verhör hantiert hat) Hier ist das Gesetz und hier (er deutet auf Sophie) sind die Menschen. Und ich habe als Kriminalist die Pflicht zu prüfen, ob beide deckungsgleich sind und wenn das nicht der Fall ist, wo die faule Stelle ist.

Sophie
Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.

Vernehmungsbeamter Mohr
Warum gehen Sie für falsche Ideen, so jung wie Sie sind, ein derartiges Risiko ein?

Sophie
Wegen meines Gewissens.

Vernehmungsbeamter Mohr
Sie müssen sich daran gewöhnen, dass endlich eine neue Zeit angebrochen ist. Was Sie sagen ist romantisch und hat mit der Realität nichts zu tun.

Sophie
Was ich sage, hat natürlich mit der Wirklichkeit zu tun, mit Sitte, Moral und Gott.

Mohr reagiert emotional und faucht sie an.

Vernehmungsbeamter Mohr
Gott gibt es nicht.

(Auszüge aus der Befragungsszene von „Sophie Scholl – Die letzten Tage“)

Ersetzen Sie „Redefreiheit“ mit „Kinderzüchtigung“ und „Nazis“ mit „Rot-Grüner Koalition“ und „1933“ mit „2000“ (als zum ersten mal in der deutschen Geschichte Züchtigung der Kinder, durch die Eltern, verboten wurde), und dann sollte man zum gleichen Urteil kommen:

Sollten Männer und Frauen dem Gesetz gehorchen, wenn es in ihrem eigenen Ermessen gegen ihr Gewissen geht und ihrem ernsthaften religiösen Glauben widerstößt?

Ihre Antwort auf obige Frage bestimmt, (ob es Ihnen gefällt oder nicht) Ihre Antwort auf folgende Fragen:

  • ist Religionsfreiheit in Deutschland möglich? (einschließlich das Praktizieren/Ausüben dessen, was man glaubt wie es im Grundgesetz steht)
  • ist Bildungsfreiheit in einem sozialistischen Staat möglich?
  • Ist jetzt der Staat unser Gewissen, der einzigste Richter über richtig und falsch?
  • oder, um es einfach zu machen, gibt es überhaupt eine Grundlage fürFreiheit in Deutschland?

Die Vernehmung würde heute folgendermaßen verlaufen:

Eltern
Warum wollen Sie uns wegen Züchtigung unserer Kinder bestrafen?

Vernehmungsbeamter
Das ist das Gesetz. Ohne Gesetz gibt es keine Ordnung.

Eltern
Das Gesetz, auf welches Sie sich beziehen, beschützte elterliche Autorität, bevor die Rot-Grünen 1998 an die Macht kamen. Züchtigung wurde im Jahr 2000 verboten. Wenn jetzt jemand seine Kinder züchtigt, werden sie ihm weggerissen. Ist das Recht? Ist das Ordnung?

Vernehmungsbeamter
Woran soll man sich denn sonst halten, als an das Gesetz, egal, wer es erlässt?

Eltern
Auf sein Gewissen.

Vernehmungsbeamter
Ach was! Hier ist das Gesetz und hier sind die Menschen. Und ich habe als Kriminalist die Pflicht zu prüfen, ob beide deckungsgleich sind und wenn das nicht der Fall ist, wo die faule Stelle ist.

Eltern
Das Gesetz ändert sich, das Gewissen nicht.

Vernehmungsbeamter
Warum riskieren sie soviel, sogar ihre Kinder, für solch falsche Ideen?

Eltern
Wegen unseres Gewissens

Vernehmungsbeamter
Sie müssen sich daran gewöhnen, dass endlich eine neue Zeit angebrochen ist. Was Sie sagen ist romantisch und hat mit der Realität nichts zu tun. Sie müssen sich von Züchtigung lossagen, wenn sie jemals hofften, ihre Kinder zurückzubekommen. Sie wissen das, nicht wahr?

Eltern
Was ich sage, hat natürlich mit der Wirklichkeit zu tun, mit Sitte, Moral und Gott.

Vernehmungsbeamter
Gott existiert nicht!

Existiert Gott? Oder hat der Vernehmungsbeamte der Gestapo recht? Dann ist Gott tot. Sie entscheiden. Ein Prophet, einer von euren, sagte: „Gott ist tot. Gott bleibt tot. Und wir haben ihn getötet. Er ist unter unseren Messern zu Tode verblutet.“ (Friedrich Nietzsche)

Sprach Gott wirklich zu den Gewissen von Sophie und Hans und dem Rest der „Weißen Rose“ über Familie, über Redefreiheit und über Religion? Haben sie ihr Leben für diesen Glauben gelassen, um die Schuld ihrer Nation vor der Welt zu vermindern? Vielleicht wäre es garnicht nötig gewesen.

So, stehen wir wirklich auf der Seite von Sophie Scholl und der „Weißen Rose“-Bewegung, oh deutsches Volk? Oder stehen wir auf der Seite der Väter, die sie hingerichtet haben? Was sagen wir über Eltern, die glauben, dass es Liebe ist, seine Kinder für Fehlverhalten zu züchtigen? Denkt über die einleitenden Worte des vierten Flugblattes der „Weißen Rose“ nach, in denen es um die normale, alltägliche Lebensweisheit geht: „Wer nicht hören will, muss fühlen.“

(Textauszug von Flugblatt 4 – http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61022/flugblatt-iv)

Vielleicht würden wir heute Sophie und Hans Scholl festnehmen, wie es unsere Väter taten! Das Jugendamt riss Kinder aus den Armen ihrer Eltern, wegen der ungehaltenen Vorwürfe der Misshandlung. Haben wir Beifall geklatscht? Wenn ja, dann ist das unsere Antwort. Die weiße Rose der Freiheit ist erfroren.

Bitte bedenken Sie, wie die mutigen Seelen der „Weißen Rose“ die Rolle der Familie innerhalb der Gesellschaft gesehen haben. Sie waren ihrer Zeit voraus.

Aber es ist nicht zu vergessen, dass am Anfang einer jeden Kultur die Vorform des Staates vorhanden war. Die Familie ist so alt wie die Menschen selbst, und aus diesem anfänglichen Zusammensein hat sich der vernunftbegabte Mensch einen Staat geschaffen, dessen Grund die Gerechtigkeit und dessen höchstes Gesetz das Wohl Aller sein soll. Der Staat soll eine Analogie der göttlichen Ordnung darstellen, und die höchste aller Utopien, die civitas Dei, ist das Vorbild, dem er sich letzten Endes nähern soll. (weiße Rose Flugblatt 3, Seite 1 – http://www.bpb.de/geschichte/nationalsozialismus/weisse-rose/61019/flugblatt-iii)

Kann ein Staat, aus der Betrachtungsweise dieser Visionäre, die Stadt Gottes für sich zum Vorbild nehmen und gleichzeitig Sein Wort verbieten, wie es Deutschland getan hat? Dann muss er auch die GANZE Bibel verbieten! Lasst uns keine halben Sachen, oh Deutschland!

Sind Sie auch jemand, der Gutes böse nennt und Böses gut, wie Jesaja im Kapitel 5,20 über diejenigen prophezeit, die Sprüche 13,24 zurückweisen?

Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse; die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem! (Jesaja 5,20)

Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn; aber wer ihn lieb hat, züchtigt ihn beizeiten.“ (Sprüche 13,24)

Niemand, der Hass Liebe und Liebe Hass nennt, wird dem gerechten Gericht Gottes entkommen.

Schlusswort

Kürzlich schrieb ein Richter eines höheren Gerichtes in Deutschland über die „juristischen Aspekte körperlicher Züchtigung“. Darin zitierte er einen Brief, den vor über 20 Jahren ein Christ, Theologe, und ein Vater von sechs Kindern, geschrieben hatte. Er protestierte, anscheinend aussichtslos, gegen den Untergang fundamentaler geistiger und politischer Rechte. Sein Schwerpunkt: Kontrollierte Züchtigung von Kindern durch Eltern.

Wer jede Form von Körperstrafe unterschiedslos unter Strafe stellt, nivelliert den pädagogisch fundamentalen Unterschied zwischen Kindesmisshandlung und einer von klaren erzieherischen Grundsätzen geleiteten maßvollen körperlichen Züchtigung, die auf das Beste des Kindes zielt und nicht vom Affekt bestimmt ist. (…) Niemand kann bestreiten, dass das biblische Ethos aus grundsätzlichen Gründen körperliche Züchtigung bejaht, solange sie maßvoll

ist und im Dienst erzieherischer Liebe steht. (…) Ein Staat, der christlichen Eltern jede Form von Körperstrafe verbietet, greift ein von Gott gegebenes, vorstaatliches Recht an und schränkt nicht nur das elterliche Erziehungsrecht, sondern auch die grundrechtlich geschützte Religionsfreiheit ein!“

(( Friedrich M. (pseudonym) Juristische Aspekte körperlicher Züchtigung),(Gemeindegründung Nr. 110,2/2, Seiten 22-27) Seite 22))

Es bleibt abzuwarten, ob wir Deutschen weiter fortschreiten und unsere noch verbleibenden „gottgegebenen, unveräußerlichen Rechte“ einbüßen werden. Darunter fallen gewiss die Elternrechte und die Religionsfreiheit. Diese Rechte, wie fast alle anderen, gehen prinzipiell dadurch verloren, dass man keinen Gebrauch von ihnen macht und nicht für sie aufsteht.

Die Folge dessen: Verlust.

Eine durch den Staat kontrollierte Bildung ist der mächtigste Einfluss, um Menschen zu überzeugen, dass der Staat, und nicht Gott, der Rechtsgeber ist. Rechte, welche vom Staat gewährt werden, sind niemals unveräußerlich.

Dieser Verlust von Rechten, und die Sichtweise über Gott und dem Menschen, die hinter den Rechten stehen, ist ein weltweites Phänomen, welches sich keinesfalls auf Deutschland beschränkt. Ein unwissendes Volk kann niemals frei sein, sagte ein berühmter Amerikaner vor langer Zeit (Thomas Jefferson). Diese Unwissenheit einzuimpfen, bezüglich der Menschenrechte, ist die wahre Absicht moderner, staatlich kontrollierter Bildung.**

Die Zukunft der Freiheit steht auf dem Spiel.

Wer wird die zarte, zerbrechliche weiße Rose der Freiheit behüten?

*über Hans und Sophie: In einem landesweiten Wettbewerb, der Deutschlands Besten bestimmen sollte, wurden Leute aufgefordert, die wichtigsten Deutschen aller Zeiten aufzulisten. Hätte man nur die Stimmen der jungen Befragten gezählt, hätten Sophie und Hans den ersten Platz eingenommen – vor Einstein, Bach, Bismark und Goethe. Einige Jahre zuvor hielten Leser/innen der deutschen Frauen-Zeitschrift „Brigitte“ Sophie Scholl für „die größte Frau des 20. Jahrhunderts“. Wikipedia Zugang: „Sophie Scholl“.

**Dies beschränkt sich nicht nur auf das Gymnasium, sondern dehnt sich auf die höchsten Bildungs- und Gesellschaftsebenen in Deutschland aus. „Schriftstücke von rechtsgültigen Verfassern, die positiv über Züchtigung geschrieben haben, sind nicht an Universitäten oder im Gerichtswesen verteilt worden.“ (Friedrich, M. „Juristische Aspekte körperlicher Züchtigung“)