Ich kann es nicht fassen was den Menschen der Zwölf Stämme angetan wird! Ich habe sie selber durch mehrere, verschieden lange Aufenthalte, wo ich mit meiner 15 jährigen Tochter in der Gemeinschaft mitleben durfte und wir uns in dieser grossen Familie dazugehörig fühlen konnten, kennen und lieben lernen gelernt.So viel Herzlichkeit und Wärme, so viel Offenheit und Vertrauen von Anfang an,…… das habe ich sonst noch nirgendwo gefunden!

Ich stehe mit beiden Füssen im Leben, bin mit meinen 61 Jahren reich an Erfahrungen, besonders da ich mich immer für Menschen interessiert habe. Beruflich decke ich als Opern-und Konzertsängerin, Musik- und Gesangspadagogin, als Coach für Kommunikation und Präsentation ein grosses Tätigkeitsfeld ab.

In den letzten Jahren habe ich besonders viel mit Jugendlichen, u. a. mit Schulklassen der verschiedensten Altersgruppen, 7.- 11. Klassen, gearbeitet. Ich habe erlebt wie viele junge Menschen mit, -von Ärtzten verschriebenen- „Drogen“, ruhig gestellt werden, weil sie anders nicht mehr integrierbar sind, sich nicht mehr konzentrieren können, sich nicht mehr ruhig verhalten können….. Der Umgang mit Eltern und Lehrern immer respektloser wird und es auch unter- und miteinander für die jungen Leute immer schwieriger wird. Um nur dazu zu gehören werden alle „Grenzen“ weit überschritten! Eltern und Lehrer und auch die Betroffenen selbst, die jungen Menschen, sind oft weit überfordert, weil sie diesem grenzenlosen Chaos machtlos gegenüber-stehen.

Auf der Suche nach einer besseren Welt, nach Menschen die noch an einen Gott glauben und diesen Glauben auch leben, wurde ich von Bekannten auf die „Sekte“ der Zwölf Stämme aufmerksam gemacht.

Nach unserem ersten Besuch: Ich wusste nicht wie meine 15jährige Tochter auf all die „altmodisch“ wirkenden Kleider der Frauen, die Bärte und Zöpfe der Männer und all der anderen , ihr unbekannten Gepflogenheiten wie z. B. das frühe Aufstehen, die langen Sharings u.s.w., reagieren würde………

Ich selber war angetan, ganz besonders von diesen wunderbaren Kindern. Solche Kinder wie sie sich wohl alle Menschen wünschen würden! Fröhlich, interessiert, hilfsbereit, offen, mit einem gesunden Selbstwertgefühl, ihren Eltern liebenvoll zugetan.

Das Leben dort erfuhr ich als echte Gemeinschaft: Jung und Alt gehen liebevoll miteinander um, das Alter wird dort von den jungen Mensche geachtet. Die Kinder halten sich, wenn sie Klein sind immer in der Nähe der Mutter auf, ihre Spielzeuge sind nicht aus Plastik sondern sie dürfen „helfen“, sich einbringen,dem Masse nach angemessen, was möglich ist. Da kann man Kinderaugen leuchten sehen, vor Freude sich schon richtig miteinbringen zu können, wertvoll zu sein!

Für die Eltern bedeutet das unaufhörlicher, liebender Einsatz, besonders bei den ganz Kleinen. Das ist nur möglich weil alle die dort leben ihre Kraft und ihren Einsatz füreinander geben. Da erlebte ich g e l e b t e Nächstenliebe!

Ich dachte bei mir, so hätte ich auch gerne Raum und Zeit für meine Kinder gehabt, wie herrlich wäre es unter solchen Umständen Mutter und Frau sein zu dürfen!

Auf der ersten Rückfahrt, wieder nach Hause, sagte meine Tochter unter Tränen zu mir, sie hätte sich noch nirgendwo so zu HAUSE, so angenommen gefühlt wie dort, sie konnte einfach so SEIN wie sie IST! Und dann kam der Knüller, sie sagte : „Wenn ich Kinder bekommen möchte, dann nur dort!“

Ich hatte während unseres Aufenthaltes nicht mit ihr über irgendetwas was das Leben dort betraf gesprochen, da ich befürchete, sie könnte böse auf mich sein, weil ich sie, ohne Vorwarnung, dahin mitgenommen habe!

Nach unserem ersten Besuch, waren meine Tochter und ich dann auch für längere Zeitabschnitte als Gäste in Klosterzimmern. Einige meiner Freunde kamen auch zeitenweise mit und wurden genauso wie wir, liebevoll aufgenommen und voll integriert. Alle, bis auf eine, waren tief berührt von diesem beispielhaften, lebenswerten Leben was sie dort kennen lernten, und fühlen sich der Gemeinschaft nach wie vor, auch nach diesen ungeheuren Verleumdungen, sehr verbunden. Zu ihnen gehört auch mein Ehemann der, durch die „Schwärmerei“ seiner Tochter über dieses wunderbare Leben, mit kam, inzwischen auch schon einige Male als Gast dort mitlebte, und die dort gefundenen Freunde nicht mehr missen möchte.

Wir konnten dort erleben wie das Wort Gottes, die Texte der Bibel lebendig und verstehbar werden!

Eine Freundin, die für eine Woche dort mitlebte, fragte mich nach einem der morgendlichen Treffen ganz hocherfreut von dem was sie erfahren hatte:“ Was für eine Bibel haben die denn da?“ Ich musste so lachen und sagte ihr, dass es die ganz normale Bibel sei, so eine die man überall kaufen kann!

Die Teilnahme an den morgendlichen und abendlichen Treffen der ganzen Gemeinschaft, wo jeder, Jung und Alt!, die Gelegenheit und die Chance hat, sich frei über ein Thema, z. B. eine Geschichte aus der Bibel, oder ein Gleichnis, oder einer der Sprüche oder Psalmen, mitzuteilen, mit dem was er für sich in seinem HERZEN daraus entnehmen kann, was er in seinem Leben dann auch umsetzen kann und will, liessen auch uns innerlich wachsen.

Wir , mein Mann und ich, haben dabei so einiges erkennen, und herausfinden dürfen, was unseren Eheproblemen, die auch uns in den Wirren dieser Welt nicht erspart blieben, für selbstbezogene Ursachen wie: Stolz, Neid, nicht vergeben können, Ungeduld, ein falsches Bild unserer Aufgaben, was die Aufgabe einer Frau und die des Mannes betrifft, u. s w.! Sich darüber in einer sicheren Umgebung frei mitteilen zu dürfen, wirkt wie eine Grossreinigung des Gewissens, die Dinge selber zu erkennen, sie sich und den anderen einzugestehen (das kostet eine Menge Überwindung!) um sie dann ablegen und verändern zu können. So wird der heute sonst so mystische, unsichtbare Gott in uns lebendig, er kann durch uns wirken wird so, in dieser daraus entstehenden, wunderbaren Nächstenliebe, sichtbar!

Unsere Tochter hatte sich dann entschieden sich dieses Leben in den Sommerferien über einen noch längeren Zeitraum anzuschauen, um es wirklich richtig kennenzulernen. In dieser Zeit fand die erste Razzia statt!

Unsere Tochter wurde, wie alle anderen Kinder, einfach mitgeschleppt, obwohl von uns Eltern eine schriftliche Beglaubigung hinterlegt war, dass sie mit unserem Einverständnis dort war. Sie mußte sich wie alle Kinder den demütigenden Untersuchungen, bis auf die Unterhose , unterwerfen! Sie hat den Kummer ihrer liebgewonnenen Freunde voll mitbekommen und stand unter Schock!

Nach den Untersuchungen wurde sie wieder nach Klosterzimmern zurückgebracht, und war nun, bis auf ein Gastkind das zu dieser Zeit mit seiner Mutter dort lebte, die sich auch der Mitnahme ihres Kindes erwehren musste, das einzige Kind dort. Das Jugendamt drohte damit unsere Tochters in einer Einrichtung unterzubringen, denn, so das Jugendamt, Eltern die ihre Kinder dort leben lassen, gehöre das Kind auch weggenommen!

Wir waren und sind immer noch, und immer noch mehr schockiert über das Ausmass staatlicher Kontrolle und Freiheitsberaubung, die bis in die eigensten Herzensangelegenheiten der Menschen einzugreifen vermag, und das auch noch legitimiert!

Wo ist der Vater Staat geblieben, der seinen ihm anvertrauten Bürgen,-Mitmenschen!-, Schutz gewährt, ein lebenswertes, ethisches Leben zu leben? Ein Leben in dem Gott, die Einhaltung SEINER GEBOTE, zumindest noch nach eigener Entscheidung, an erster Stelle stehen darf? Gibt es in Deutschland überhaupt noch ein lebendiges Grundgsetz? Soviel mir bekannt ist, steht da die Menschenwürde, ein göttliches Atribut, noch an erster Stelle?

Wie sollen sich unsere Kinder in der Zukunft noch in dieser verirrten, chaotischen Welt, wo Unrecht Recht ist und Recht zu Unrecht gemacht wird, zurecht finden? Wer will das verantworten? Die übervollen und weiter zunehmenden psychiatrischen Kliniken, ein guter Wirtschaftszweig, sprechen für sich!

Noch haben wir die Wahl: GOTT ODER MAMMON, keiner kann zwei Herren dienen!

Susan Herweg