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  • 2. Dezember, abends:
    Helez mit seiner Familie beim Abendessen…
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  • 3. Dezember:

Um 10:00 Uhr erreicht uns die Nachricht, dass die Mitarbeiter vom Jugendamt da sind, in Begleitung der Polizei – sie sind gekommen um Helez mitzunehmen. Helez hält sich versteckt, er will nicht mehr ins Heim. Er will zuhause bleiben. Es kommt zu heißen Diskussionen mit Überredungsversuchen und Drohungen und zuletzt einer Wohnungsdurchsuchung.

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Der Junge wird nicht gefunden. Wir bitten, dass der Junge wenigstens bis zur Zustellung des Beschlusses bei seinen Eltern bleiben kann. NEIN – wenn der Junge nicht freiwillig mitkommt, braucht man 100 – 200 Polizisten um ihn zu finden – zum Wohle des Kindes?!

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Am Abend geht dann der Beschluss des Amtsgerichtes ein, dass Helez nicht zuhause bleiben darf:

Der Beschluss des Amtsgericht Nördlingen vom 01.09.2013 bleibt aufrechterhalten.

Gründe:

  • Die Eltern sind mit den Kindern Mitglieder der Gemeinschaft der Zwölf Stämme… und das Wohl der Kinder ist nach Überzeugung des Gerichtes gefährdet…
  • Es besteht nach Ansicht des Gerichtes eine gegenwärtige, in solchem Maß vorhandene Gefahr, dass sich ohne die angeordnete Maßnahmen eine erhebliche Schädigung der Kinder mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt.
  • Weniger einschneidende Maßnahmen sind nicht geeignet, die Gefahr für das Kind abzuwenden.

Obwohl die Eltern vor Gericht angeben, dass die Erziehung ihres Sohnes schon abgeschlossen ist und dass er auch in Zukunft nicht mehr gezüchtigt werden wird.

Aber den Eltern glaubt man kein Wort …

Helez wird also gezwungen werden wieder ins Heim zurückzugehen!

Er legt sich verzweifelt schlafen ...
  • 4. Dezember:
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    Nach einer unruhigen Nacht angesichts des bevorstehenden Polizeiüberfalles, setzen wir unsere letzte Hoffnung darauf, dass Helez vor der nächsthöheren Gerichtsinstanz, dem Oberlandesgericht München vorsprechen kann. Er will die Hoffnung nicht aufgeben, dass jemand seinen Willen hört und versteht!Um 9:00 Uhr erreichen wir das Justizgebäude in Augsburg und reichen unser Gesuch auf eine Anhörung ein.
    Helez5Der 30.Senat wird sich beraten – wir warten angespannt in einem Cafe. Auf dem Weg zurück zum Gericht sehen wir die Mitarbeiter des Jugendamtes Donauwörth anfahren – sie sind gekommen, um Helez zu holen…Es wird uns allen klar – entweder wird das Hohe Gericht Helez Wunsch zu seinen Eltern zurück zu dürfen, Gehör schenken – ODER er wird wieder in ein Heim zurückgebracht.Helez bittet den vorsitzenden Richter und erklärt ihm, dass er nicht mehr in das Heim zurück WILL. Es geht ihm bei seinen Eltern viel besser. Er WILL zurück zu seinen Geschwistern, dem Bauernhof, seinem geliebten Leben in Klosterzimmern. Er WILL seine Religion ausüben und endlich seine Bar Mitzvah feiern. Die Vorwürfe gegen seine Eltern stimmen nicht. Aber all sein verzweifeltes Flehen ist umsonst. Der Richter versucht ihn zu vertrösten und fordert ihn auf „tapfer“ zu sein, und mit den Mitarbeitern des Jugendamtes mitzugehen.„Nein, ich gehe nicht mit! Nein ich gehe auf keinen Fall mit …“Nachdem weiteres Zureden nichts hilft – rufen die Mitarbeiter des Jugendamtes die Polizei zu Hilfe – die Maßnahme MUSS durchgeführt werden – Helez MUSS zurück ins Heim – WARUM? Das versteht er nicht.Mehrere Polizeifahrzeuge stehen schon vor dem Gerichtsgebäude … Helez ist es egal, er geht nicht freiwillig zurück ins Heim – dann muss ihn die Polizei eben mit Gewalt aus dem Gericht schleppen!Die Eltern reden nun alleine mit ihrem Sohn. Er wird sowieso ins Heim zurück gebracht, aber wenn er freiwillig mitgeht, können ihn seine Eltern und sein großer Bruder dahin begleiten. Helez willigt ein – alle atmen auf. Wir verlassen das Gerichtsgebäude und sehen noch die Polizeiautos bereit stehen.

    Helez hat sich zwar momentan gefügt, aber er wird nicht aufgeben, sondern weiterhin für seine Rechte und seine Freiheit kämpfen – die Freiheit und das Recht mit seinen Eltern leben zu dürfen.

  • 6. Dezember
    Tyrannei – Gewalt-, Willkür-, SchreckensherrschaftEin ganzes Dorf wird eines morgens von über 100 Polizisten überfallen.
    Kinder werden gegen ihren Willen von ihren Eltern weggeschleppt.Kinder, die zurück zu ihren Eltern flüchten, sollen mit ein oder zwei Hundertschaften Polizei abgeholt werden.Richter, Jugendamt, Anwälte, Psychologen in diesen Verfahren sind alle vom Staat bestimmt.Minderheiten werden diskriminiert – sie können nicht mehr auf den Markt gehen und nicht mehr in allen Geschäften einkaufen, die Versicherungsagentur kündigt.Sämtliche Mitglieder einer Religionsgemeinschaft werden in Parallelverfahren gerichtet und die Einzelheiten und Aussagen der einzelnen Familien werden für alle Verfahren gleichermaßen verwendet.

Keiner hört das Schreien der Geringen

Ist Deutschland wieder auf dem Weg zurück in die schreckliche Vergangenheit?

Wer in einer Demokratie schläft, wird in einer Tyrannei aufwachen.

Wir sind aufgewacht am 5. September 2013.

Wann werden Sie aufwachen?

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie mich holten,
gab es keinen mehr,
der protestieren konnte

(Zitat von Martin Niemöller)