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Samstag morgen um 11:00 Uhr fährt die Polizei vor unseren Hofladen und fragt, ob wir etwas von unseren Jungs gehört haben – sie sind vom Heim geflüchtet!
Am Montag abend als ich mit meinem Sohn telefonierte, war er guten Mutes, weil er wusste, dass wir am nächsten Tag endlich nach fast drei Monaten unsere Anhörung bei der Richterin am Amtsgericht haben würden.
Er erzählte mir, dass er den ganzen Tag gebetet hatte – er hoffte so sehr, dass sein größter Wunsch wahr werden würde. Vielleicht würde er am nächsten Tag endlich zurück zu seinen Eltern kommen! Seinen neuen Schulkameraden verkündete er seine Hoffnung, dass er bald wieder zuhause sein würde.
Doch Dienstag kommt und geht. Am Mittwoch bat er seine Bezugsbetreuerin, doch bei uns anzurufen, weil er selbst erst wieder in einer Woche anrufen durfte. Wie ist die Anhörung ausgegangen?
Zaghaft berichtete ich seiner Erzieherin, dass sein Wunsch nach Hause gehen zu dürfen zwar deutlich zum Ausdruck gebracht wurde, aber dass er sich nicht zu viel Hoffnung machen darf – der Beschluss für eine andere Familie aus Klosterzimmern war inzwischen negativ ausgefallen.

Enttäuschte Hoffnung macht ein Herz krank … (Sprüche 13,12)
In einem Brief an die Richterin hatte er appelliert:

Ich halte es nicht mehr lange hier aus! Ich möchte zurück zu meinen Eltern.

Was muss noch passieren, dass man den Hilfeschrei eines Kindes hört?